Der US-Halbleiterkonzern Intel sieht sich bei der Entwicklung seiner nächsten Prozessorgeneration auf einem beschleunigten Kurs. Wie Finanzvorstand David Zinsner auf einer Fachkonferenz der Deutschen Bank bekannt gab, verbessert sich die Fehlerrate beim künftigen 14A-Fertigungsprozess derzeit so schnell wie bei keinem anderen Knoten seit dem Jahr 2012. Diese technologische Dynamik ist ein entscheidendes Signal für die angestrebte Rückkehr an die Weltspitze der Auftragsfertigung.
Der Fahrplan für den 14A-Prozess steht
Die Fortschritte bei der sogenannten 14A-Technologie gelten als Gradmesser für Intels Fähigkeit, mit dem Branchenführer TSMC zu konkurrieren. Laut Zinsner soll die Version 0.9 des zugehörigen Prozess-Design-Kits (PDK) bereits im Oktober 2026 zur Verfügung stehen. Damit können externe Kunden mit der konkreten Entwicklung ihrer Chips auf Basis dieses Verfahrens beginnen. Der offizielle Start der Risikoproduktion ist für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen, während die Volumenfertigung im Jahr 2028 anlaufen soll.
Technisch verspricht der 14A-Prozess erhebliche Sprünge gegenüber der aktuellen 18A-Generation. Die Leistungsfähigkeit soll bei gleichem Energieverbrauch um 15 bis 20 Prozent steigen, während die Transistordichte um etwa 30 Prozent zunimmt. Gleichzeitig wird erwartet, dass der Stromverbrauch um bis zu 35 Prozent sinkt.
Ein weiterer Wachstumstreiber soll das EMIB-T-Packaging werden, für das Intel ab der zweiten Jahreshälfte 2027 erste Umsätze erwartet. Laut Unternehmensangaben könnten hierbei bis zum Jahr 2029 pro Kunde Erlöse in Milliardenhöhe generiert werden.
Führungsebene untermauert Vertrauen mit Investitionen
Das Management signalisiert durch massive Eigeninvestitionen Vertrauen in die langfristige Strategie. CEO Lip-Bu Tan erwarb bereits am 11. August über einen Family Trust 105.263 Intel-Aktien zu einem Preis von 95 US-Dollar, was einem Investitionsvolumen von rund 10 Millionen US-Dollar entspricht.
Dieser Schritt erfolgte unmittelbar nach einem vor gut einer Woche abgeschlossenen öffentlichen Aktienangebot, bei dem Intel rund 23 Milliarden US-Dollar einsammelte.
Trotz der technologischen Zuversicht steht das Papier an der Börse unter Druck. Am Dienstag schloss die Aktie im deutschen Handel bei 76,70 Euro, was einem leichten Tagesminus von 0,5 Prozent entspricht. Damit notiert der Wert aktuell 38 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 124,58 Euro. Dennoch zeigt der langfristige Trend eine Erholung: Der Kurs liegt derzeit 20 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.
Analysten sehen signifikantes Aufwärtspotenzial
In der Analystenzunft herrscht derzeit ein geteiltes Echo, wobei namhafte Häuser ihre optimistischen Kursziele bekräftigen. Die Analysten der Bank of America rufen ein Ziel von 160 US-Dollar aus, während Goldman Sachs die Aktie bei 150 US-Dollar sieht. Der Konsens der Marktbeobachter liegt im Median bei 95 US-Dollar, was deutlich über dem aktuellen Niveau an der Nasdaq liegt.
Parallel zur Fertigungsstrategie treibt Intel die Erneuerung seines Produktportfolios voran. Auf der Branchenveranstaltung Hot Chips 2026 präsentierte das Unternehmen am Dienstag Details zu den neuen Chip-Generationen Diamond Rapids, Crescent Island und Wildcat Lake.
Für das laufende dritte Quartal stellt Intel einen Umsatz zwischen 15,8 und 16,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht, nachdem im zweiten Quartal bereits ein Erlös von 16,1 Milliarden US-Dollar erzielt wurde. Dies entsprach einer Steigerung von rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
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