Intels enttäuschender Ausblick hat die Aktie am Freitag um 15% gedrückt. Die Umsatzprognose für das Schlussquartal blieb hinter den Markterwartungen zurück. Zugleich warnte das Unternehmen vor einer anhaltenden Schwäche des PC-Geschäfts. Damit rückten die Aussichten in den Vordergrund – und das kräftige Wachstum im abgelaufenen Quartal trat zurück.
PC-Schwäche belastet die Erwartungen
Intel meldete am Donnerstag für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 16,5 Milliarden $. Das entsprach einem Wachstum von 21% gegenüber dem Vorjahr.
Diese Steigerung reichte nicht aus, um die Sorgen um das künftige Geschäft zu zerstreuen. Entscheidend für die Marktreaktion war nicht das bereits erreichte Wachstum, sondern die deutlich vorsichtigere Prognose für das Schlussquartal.
Für das vierte Quartal 2026 erwartet Intel einen Umsatz von 15,0 Milliarden $ bis 16,0 Milliarden $. Reuters zufolge liegt dieser Ausblick unter den Erwartungen des Marktes.
Auch beim Ergebnis signalisiert die Prognose eine Abschwächung gegenüber dem abgelaufenen Quartal. Die Unternehmensführung verbindet den vorsichtigen Ausblick mit einer PC-Flaute, die nicht nur das unmittelbare Jahresendgeschäft betrifft.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte im dritten Quartal 0,52 $. Für das Schlussquartal stellt Intel 0,25 $ in Aussicht. Die Schwäche des PC-Marktes könnte nach Unternehmensangaben mindestens bis in das erste Halbjahr 2027 anhalten.
Reuters ordnete den breiteren Ausverkauf bei Chipwerten zudem in ein schwierigeres Branchenumfeld ein. Neben der nachlassenden PC-Nachfrage belasteten höhere Speicherpreise und Sorgen um die Ausgaben für KI-Infrastruktur. Die Speicherpreise stiegen demnach, weil Anbieter Kapazitäten zugunsten von KI-Speichern verlagerten.
Bank of America senkt die Einstufung
Am Freitag stufte die Bank of America Intel von „Kaufen“ auf „Neutral“ herab. Zugleich senkte sie das Kursziel von 145 $ auf 100 $. Darüber berichtete CNBC.
Die Abstufung verstärkte das vorsichtige Bild nach der Prognose. Sie ist allerdings eine Analysteneinschätzung und keine zusätzliche Unternehmensprognose. Für Anleger bleibt die zentrale operative Frage, wie lange die schwache PC-Nachfrage Intels Geschäft belastet.
Produktionsausfall verschärft die Belastung
Hinzu kommen die Folgen der Explosion im Oktober im Werk Kiryat Gat in Israel. Intel bezifferte den erwarteten Umsatzverlust am Donnerstag auf rund 600 Millionen $ über zwei Quartale.
Reuters berichtete, dass die Fabrik etwa zwei Wochen stillgestanden hatte. Der Produktionsausfall trifft Intel damit zusätzlich zur schwächeren Nachfrage.
Für die Einordnung des Kursrutsches kommen somit mehrere Belastungen zusammen: eine Umsatzprognose unter den Markterwartungen, eine möglicherweise länger anhaltende PC-Flaute und die wirtschaftlichen Folgen des Werkunfalls. Das starke abgelaufene Quartal ändert an diesen kurzfristigen Risiken nichts.
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