Nach einem Rückgang von rund 40 Prozent vom Juni-Hoch sieht JPMorgan bei Intel kein klares Abwärtsrisiko mehr. Die Bank hob das Rating von „Underweight“ auf „Neutral“ an. Der Markt reagierte am Montag mit einem Plus von knapp sechs Prozent.
Risiko und Chance im Gleichgewicht
Analyst Harlan Sur begründet den Schritt mit der Bewertung. Die Aktie nähert sich dem Kursziel der Bank von 85 Dollar, das Chance-Risiko-Verhältnis sei damit deutlich ausgewogener. Die breitere Chipbranche gab vom Hoch im Schnitt nur 20 bis 25 Prozent nach, Intel fiel also überdurchschnittlich.
An den Schwächen ändert das Upgrade wenig. Seit JPMorgan die Aktie im November 2022 abgestuft hatte, ist Intels Marktanteil bei Server-x86-Prozessoren von 77 auf 53 Prozent gesunken. Bei PC-Prozessoren fiel er von 81 auf 68 Prozent. Sur rechnet in den kommenden Quartalen mit weiteren Verlusten, vor allem im Servergeschäft.
Fortschritte unter Lip-Bu Tan
Dem stehen Verbesserungen gegenüber. Seit Lip-Bu Tan den Chefposten übernommen hat, laufe die Umsetzung im Client- und Rechenzentrumsgeschäft besser, ebenso in der Fertigung der nächsten Generation.
In der Auftragsfertigung sieht Sur Fortschritte bei Ausbeute und neuen Kundengesprächen. Der externe Foundry-Umsatz lag im ersten Halbjahr 2026 aber hochgerechnet auf das Jahr bei kaum einer Milliarde Dollar. Beim Branchenführer TSMC sind es 150 Milliarden Dollar.
Als Treiber nennt die Bank zunehmende KI-Anwendungen, die viel CPU-Leistung brauchen, sowie eine knappe Lieferkette bei modernen Chips. Beides soll in der anstehenden Berichtssaison und bis 2027 für steigende Gewinnschätzungen sorgen. JPMorgans Prognose für das Ergebnis je Aktie 2028 liegt rund 15 Prozent über dem Marktkonsens.
Was der Markt daraus macht
Am Freitag schloss die Aktie bei 86,96 Dollar, ein Tagesplus von 1,7 Prozent. Damit notiert sie bereits knapp über dem JPMorgan-Ziel, der Spielraum nach oben ist aus Sicht der Bank also begrenzt.
Die nächste Messlatte kommt am 29. Oktober mit den Zahlen zum dritten Quartal. Dann zeigt sich, ob die von JPMorgan erwarteten Gewinnrevisionen tatsächlich beginnen.
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