Fünf Milliarden Euro für den Ausbau der Chipfertigung in Irland – und trotzdem rutscht die Intel-Aktie ab. Der Grund liegt nicht bei Intel selbst, sondern bei einem Konkurrenten am anderen Ende der Halbleiterwelt: SK Hynix aus Südkorea löste mit einem historischen Kurseinbruch eine globale Verkaufswelle im Chipsektor aus, die auch Intel erfasste.
Ireland-Ausbau als Zeichen der Zuversicht
Intel will den Leixlip-Campus in Irland, die größte Produktionsstätte des Konzerns in Europa, deutlich modernisieren. Neue Fertigungsanlagen, zusätzliche Forschung und ein automatisiertes Produktionssystem sollen die steigende Nachfrage nach KI- und High-Performance-Computing-Prozessoren abdecken. Am Standort laufen bereits die Xeon-6-Prozessoren sowie kommende Xeon-Generationen auf der Intel-3-Fertigungstechnologie.
Der Großteil der Investition soll bis Ende 2027 fließen, mehrere hundert neue Hightech-Stellen sind geplant. Rund 4.900 Beschäftigte arbeiten aktuell in Leixlip, seit der Ansiedlung 1989 hat Intel bereits mehr als 30 Milliarden Euro in den irischen Standort gesteckt. Der Schritt fällt in eine Phase, in der Intel unter Vorstandschef Lip-Bu Tan versucht, sich über Kostensenkungen und gezielte Investitionen aus der Krise zu manövrieren – zuletzt hatte der Konzern die Pläne für ein Werk in Magdeburg aufgegeben.
SK Hynix reißt den Sektor mit
Der eigentliche Kursauslöser kam aus Seoul: SK Hynix stürzte an einem einzigen Handelstag um mehr als 15 Prozent ab, nachdem ein heimisches Analysehaus für das zweite Quartal einen deutlich schwächeren Gewinn als erwartet prognostiziert hatte. Der südkoreanische Leitindex Kospi brach um rund neun Prozent ein und musste zeitweise per Handelsunterbrechung gestoppt werden. Die Schockwelle erfasste auch europäische Werte wie ASML, ASMI und Infineon, die jeweils zwischen ein und zwei Prozent verloren.
Intel selbst rutschte im Verlauf um bis zu fünf Prozent auf rund 105 Dollar ab und entfernte sich damit weiter von seinem 52-Wochen-Hoch bei 142,35 Dollar. Verstärkt wurde der Druck durch JPMorgan, das die Aktie zur bevorzugten Short-Idee erklärte. Die Bank argumentiert, die mehr als Verdopplung des Kurses in diesem Jahr habe eine Erholung bei Foundry-Geschäft und KI schon eingepreist, die sich in den Zahlen noch nicht zeige. Hinzu kommen anhaltende Zweifel an der 18A-Fertigung, deren profitable Ausbeuten frühestens Ende 2026 oder 2027 erwartet werden, sowie der jüngste Vorsprung von AMD im Rechenzentrumsgeschäft.
Am 23. Juli legt Intel seine Quartalszahlen vor. Bis dahin dürfte der Markt genau beobachten, ob sich die Investitionszusagen in Irland auch operativ niederschlagen – oder ob die Skepsis von JPMorgan bis dahin weitere Anleger zur Vorsicht bewegt.
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