Intel hat in Sachen KI-Chips noch immer viel Nachholbedarf, arbeitet aber im Hintergrund daran, etwas aufzuholen. Bekannt wurde kürzlich, dass der Konzern wohl das Startup SambaNova zu übernehmen gedenkt. Damit will Intel sich Zugriff auf eine sogenannte Reconfigurable Dataflow Unit verschaffen, welche in kommende KI-Beschleuniger integriert werden soll.
Das klingt erstmal nicht unvernünftig, wirft an den Märkten aber einige Fragen auf. Denn Intel-CEO Lip-Bu Tan ist zufällig auch Chairman bei SambaNova. Zudem liegt der anvisierte Kaufpreis von 1,6 Milliarden US-Dollar deutlich unter der Höchstbewertung von 5 Milliarden Dollar aus dem Jahr. Die Märkte wittern mögliche Interessenskonflikte und reagierten letztlich negativ auf das Ganze.
Wachsende Skepsis bei KI
Für zusätzliche Belastung sorgten in dieser Woche zweifelhafte Blicke zu Oracle und Broadcom, was die Sorge vor einer möglichen KI-Blase befeuerte. Für die Intel-Aktie war da nichts zu holen. Das Papier fiel allein am Freitag um 4,3 Prozent auf 37,81 US-Dollar zurück und verlor auf 5-Tages-Sicht um 8,7 Prozent an Wert.
Intel Aktie Chart
Für viele Anleger dürfte es auch eine willkommene Angelegenheit für Gewinnmitnahmen gewesen sein, nachdem zuvor großzügige Investitionen von Nvidia, Softbank und US-Regierung den Kurs hochjubelten. Trotz solcher Zuflüsse hat Intel auf technologischer Seite noch immer keine Durchbrüche zu bieten und das Fertigungsgeschäft bleibt bislang eine defizitäre Angelegenheit.
Intel muss liefern
Intel wird sich auf fundamentaler Ebene deutlich verbessern müssen, um die Bullen langfristig auf seine Seite ziehen zu können. Zukäufe im KI-Segment können der richtige Weg sein. Wahrscheinlich wichtiger bleibt aber, dass endlich große Kunden für die Fertigung gewonnen werden könnte. Diesbezüglich blieb es bisher bei Gerüchten, was den Aktienkurs nur begrenzte tragen kann.
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