Intel Aktie: HSBC sieht 200 Dollar

Intel-Aktie verliert über sieben Prozent trotz staatlicher Unterstützung und optimistischer Analystenstimmen zum Foundry-Geschäft.

Auf einen Blick:
  • Kursrutsch um über sieben Prozent
  • HSBC bestätigt Kaufempfehlung mit 200 Dollar
  • US-Regierung erwirbt zehn Prozent Anteile
  • Foundry-Sparte schreibt weiter Verluste

Intel-Aktien erleben einen rabenschwarzen Donnerstag. Der Kurs stürzt um 7,25 Prozent auf 103,56 Euro ab. Damit entfernt sich der Chipriese weiter von seinem 52-Wochen-Hoch bei 124,58 Euro – erreicht erst vor zwei Tagen.

Der Ausverkauf kommt nicht überraschend. Halbleiterwerte geraten diese Woche massiv unter Druck. Der Philadelphia Semiconductor Index gibt kräftig nach. Viele Anleger fragen sich: Haben die Chipaktien nach den starken Kursgewinnen der ersten Jahreshälfte ihren Zenit überschritten?

Die Verunsicherung ist groß. Die 30-Tage-Volatilität von Intel liegt annualisiert bei knapp 90 Prozent. Kein Wunder bei einer Aktie, die binnen zwölf Monaten um 459 Prozent zulegte.

HSBC sieht Potenzial im Foundry-Geschäft

Ein Analyst bleibt trotzdem zuversichtlich. HSBC erhöht das Kursziel für Intel auf 200 Dollar und stuft die Aktie weiter mit „Kaufen“ ein. Die Begründung: Intels Foundry-Sparte sei „zu gut, um sie zu ignorieren“. Das erste Kundenengagement dieser Auftragsfertigung erwartet die Bank im zweiten Halbjahr 2026.

Dazu kommt wachsende Nachfrage nach Server-CPUs. HSBC rechnet 2026 und 2027 mit spürbarem Wachstum in diesem Segment.

Die nackten Zahlen der Foundry-Sparte sehen allerdings anders aus. Im ersten Quartal 2026 erzielte sie 5,4 Milliarden Dollar Umsatz – bei einem operativen Verlust von 2,4 Milliarden Dollar. Der Weg zur Profitabilität bleibt steinig.

Staatseinstieg als Sonderfall

Das Weiße Haus hat sich zur Rolle des Staates bei Intel geäußert. Über den CHIPS Act erwirbt die US-Regierung rund zehn Prozent nicht-stimmberechtigte Anteile. Der Nationale Wirtschaftsrat bezeichnet den Schritt als „sehr besonderen Umstand“. Eine generelle Verstaatlichungstendenz gebe es nicht.

Die Frage ist, wie der Markt diesen Einstieg bewertet. Sicherheit oder Risiko? Klar ist: Intel bekommt staatliche Rückendeckung. Klar ist auch: Die Abhängigkeit vom Steuerzahler wächst.

Für die zweite Jahreshälfte hat Intel einen Umsatz zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Die Zahlen für das zweite Quartal werden Ende Juli erwartet. Sie dürften zeigen, ob der Foundry-Kurs aufgeht – oder ob die Aktie ihren Höhenflug erstmal aussitzen muss.

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