Meta schockt die Halbleiterbranche, Chip-Werte fallen. Bei Intel zeigt sich ein völlig anderes Bild. Die britische Großbank HSBC verdoppelt das Kursziel für den US-Konzern auf 200 US-Dollar. Das ist der höchste Wert an der Wall Street.
Kapazitätsengpässe treiben den Kurs
Analyst Frank Lee rechnet mit einem massiven Anstieg der Nachfrage. Der Bedarf an Server-Prozessoren soll 2026 um 25 Prozent wachsen. Im Folgejahr erwartet er ein Plus von 30 Prozent.
Die Analysten stützen ihre „Buy“-Empfehlung auf einen klaren Wettbewerbsvorteil. Intels eigene Gehäusetechnologie EMIB sichert dem Konzern Marktanteile im Hochleistungsrechnen. Konkurrent TSMC kämpft bei seiner Lösung voraussichtlich bis Ende 2027 mit Kapazitätsgrenzen.
Milliardenwette im Auftragsgeschäft
Im Hintergrund füllt das Management die Auftragsbücher der neuen Foundry-Sparte. Apple und Terafab lassen bereits bei Intel fertigen. Parallel dazu verhandelt das Unternehmen mit Alphabet und NVIDIA über künftige Produktionsverträge.
Die Sparte verbuchte im ersten Quartal zwar 5,4 Milliarden US-Dollar Umsatz. Die Kehrseite: ein operativer Verlust von 2,44 Milliarden US-Dollar. Die schiere Größe der neuen Partnerschaften signalisiert dennoch eine Stabilisierung des Geschäftsmodells.
Instis kaufen den Dip
Ein überraschender Vorstoß von Meta sorgte diese Woche für Nervosität. Der Facebook-Konzern will überschüssige KI-Rechenleistung künftig vermieten. Das weckte Ängste vor einem Zenit bei Hardware-Investitionen und drückte die Intel-Aktie auf Wochensicht um 3,43 Prozent.
Institutionelle Investoren nutzten die Volatilität zum Einstieg. Filings aus dem ersten Quartal belegen signifikante Zukäufe:
- Tensor Edge Capital LLC: +40,6 Prozent (auf 1,476 Millionen Aktien)
- QRG Capital Management Inc.: +29,2 Prozent (auf 485.549 Aktien)
- Elevation Point Wealth Partners LLC: +38,7 Prozent
Trotz der kurzfristigen Schwankungen bleibt der Aufwärtstrend intakt. Die Aktie beendete den Freitagshandel bei 109,10 Euro. Damit notiert der Titel 8,65 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus auf massive 224 Prozent.
Neue Architektur für Profis
Die nächste Bewährungsprobe steht direkt bei der Hardware an. Erste Details zur kommenden „Nova Lake“-Architektur zeigen den Fokus auf professionelle Anwender.
Die neuen Desktop-Prozessoren bieten bis zu 52 Kerne. Sie fordern eine dauerhafte Leistungsaufnahme von bis zu 474 Watt. Für Standard-Rechner sind die Chips zu mächtig. Die Architektur erfordert spezielle Z990-Mainboards mit drastisch verstärkter Stromversorgung.
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