Mit neuen Server-Architekturen und spezifischer Hardware will Intel im Markt für künstliche Intelligenz Boden gutmachen. Auf dem Open Compute Project Global Summit stellte der Konzern gestern technische Details seiner GPU-D-Serie vor, die zuvor unter dem Codenamen Crescent Island lief. Parallel dazu präsentierte das Unternehmen neue Rack-Designs auf Basis von Xeon-Prozessoren, die gezielt auf Rechenzentren für KI-Anwendungen zugeschnitten sind.
Die GPU-D-Serie kombiniert bis zu 480 GB LPDDR5X-Speicher mit einer Speicherbandbreite von 1,5 TB/s. Bei der Rechenleistung nennt Intel 1,3 Petaflops im FP8-Format, bei einer Leistungsaufnahme von 350 Watt.
Ergänzend dazu zielen die neuen Server-Systeme auf extreme Packungsdichten ab: Bestimmte Xeon-6+-Konfigurationen skalieren laut Unternehmensangaben auf mehr als 46.000 Kerne pro Rack bei einer Gesamtleistung von 133,45 kW.
Warnung vor chinesischen KI-Modellen
Während der Konzern seine Rechenzentrumshardware neu formiert, richtet die Führung den Blick auf die internationale Konkurrenz bei der Software-Nutzung. CEO Lip-Bu Tan betonte gestern auf einem von DBS organisierten Panel, dass führende chinesische KI-Modelle derzeit sehr schnell adaptiert würden. Als wesentliche Treiber nannte Tan deren Leistungsfähigkeit sowie die deutlich niedrigeren Kosten pro Token.
Zugleich engagiert sich das Unternehmen weiterhin bei industriellen Großprojekten in den USA. Wie Reuters berichtete, bestätigte Tan am 7. Oktober, dass Intel an Elon Musks Terafab-Vorhaben beteiligt bleiben will. Musk hatte erklärt, dass Tesla und SpaceX den Komplex errichten und betreiben sollen, während TSMC Teile der Anlage untervermietet bekommen könnte. Intels konkrete Rolle in dem Verbund blieb dabei offen.
Kursentwicklung und anstehende Quartalszahlen
An der Börse notiert die Aktie heute bei 89,17 Euro, was einem Rückgang von 1,9 Prozent entspricht. Trotz dieser jüngsten Schwäche verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein Plus von 184 Prozent.
Begleitet wird der Umbau von vorsichtigem Optimismus an der Wall Street. Medienberichten zufolge hob das Analysehaus Mizuho am 6. Oktober sein Kursziel für die Aktie von $92 auf $114 an und behielt die Einstufung auf Neutral bei. Für Anleger rückt nun der nächste offizielle Geschäftsausweis in den Fokus: Intel wird seine Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 29. Oktober nach US-Börsenschluss vorlegen.
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