Intel-Aktie: Das Comeback des Jahrzehnts?

Intel profitiert von einer strategischen Fertigungspartnerschaft mit Tesla und einer erweiterten Kooperation mit Google Cloud. Analysten sehen erhebliches Aufwärtspotenzial für die Aktie.

Auf einen Blick:
  • Google Cloud weitet Partnerschaft mit Intel aus und nutzt weiterhin Xeon-Prozessoren für KI-Infrastruktur
  • Intel Foundry Services gewinnt Tesla als potenziellen Kunden für die Chip-Fertigung autonomer Fahrzeuge
  • Gespräche mit Amazon und Google über erweiterte Chip-Packaging-Dienste laufen
  • Analyst sieht Kursziel von 93 Dollar bei Strong-Buy-Einstufung

Jahrelang war Intel das, was man nonchalant einen „Sanierungsfall“ nennt. Zu viel investiert, zu wenig verdient, zu spät dran. Doch nun häufen sich die Meldungen, und zwar so schnell, dass man kaum hinterherkommt.

Zunächst die Google-News: Google Cloud und Intel haben ihre Partnerschaft ausgeweitet. Google wird weiterhin Intels Xeon-Prozessoren nutzen, darunter die neuesten Xeon-6-Chips, für KI-, Cloud- und Inferencing-Aufgaben. Dazu kommt die gemeinsame Entwicklung von Custom Infrastructure Processing Units, kurz IPUs. Diese Partnerschaft läuft bereits seit 2021, wird nun aber auf ASIC-basierte IPUs ausgedehnt. Intel-Chef Lip-Bu Tan brachte es so auf den Punkt: „KI skalieren erfordert mehr als Beschleuniger, es erfordert ausgewogene Systeme.“ CPUs und IPUs seien dabei zentral.

Soweit, so solide. Doch die eigentlich spannende Nachricht kommt von woanders.

Elon Musk als Retter? Fast.

Intel Foundry Services, bislang eher als Kapitalvernichter bekannt, könnte durch eine Partnerschaft mit Tesla zum Wachstumstreiber werden. Musk hatte Anfang 2026 die sogenannte „Terafab“ angekündigt, eine hauseigene Halbleiterfabrik für Tesla und SpaceX. Nun soll Intel die Fertigung übernehmen, also Design, Fabrikation und Packaging für Chips, die Robotaxis, Optimus-Roboter und SpaceX-Satelliten antreiben sollen.

Konkret: Tesla plant, die Volumenproduktion des AI5-Chips Mitte 2027 zu starten, der AI6 soll Ende 2027 folgen. Das könnte zeitlich mit Intels 18A- oder 14A-Prozessknoten zusammenpassen. Intels 14A soll 2028 in die Risikoproduktion gehen, 2029 in die Massenproduktion. Ob das alles so klappt, ist offen, denn Tesla hat historisch gesehen eine gewisse Flexibilität bei vollmundig angekündigten Zeitplänen gezeigt.

Dazu laufen Gespräche mit Amazon und Google über erweiterte Chip-Packaging-Dienste, jeweils für KI-Chips, die an Anthropic geliefert werden sollen. Alphabet hat gerade 3,5 Gigawatt Rechenkapazität auf Basis von Google TPUs für Anthropic zugesagt, Amazon 2 Gigawatt Trainium-Kapazität für OpenAI. Intel will dabei mit seiner EMIB-T-Technologie punkten, die HBM4-Speicher unterstützt.

Intel Corporation Aktie Chart

93 Dollar Kursziel, 16x EBITDA

Ein Analyst bei Seeking Alpha hat die Lage durchgerechnet und kommt auf ein Kursziel von 93 Dollar je Aktie, basierend auf dem 16,12-fachen des geschätzten EBITDA für das Geschäftsjahr 2028. Seine Einstufung lautet Strong Buy. Für das erste Quartal 2026 wird ein Nettoumsatz von 12,5 Milliarden Dollar und ein bereinigtes EPS von 0,04 Dollar erwartet.

Aktuell handelt die Intel-Aktie bereits auf einem Jahreshoch bei 61,72 USD. Der Analyst sieht darin dennoch eine erhebliche Unterbewertung, weil der Markt das Potenzial von Intel Foundry Services noch nicht eingepreist habe. Ob wir hier tatsächlich das Comeback des Jahrzehnts erleben werden, wie es der Analyst prognostiziert, entscheidet sich wohl 2027, sollte Musks Terafab planmäßig starten. Bis dahin hat Intel zumindest aufgehört, nur schlechte Nachrichten zu liefern.

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