Intel-Aktie: Comeback des Jahres oder Strohfeuer?

Intel übertrifft Analystenerwartungen deutlich, Aktie steigt um 19 Prozent. CEO Tan treibt Wende voran, doch strukturelle Fragen bleiben.

Auf einen Blick:
  • Q1-Umsatz von 13,58 Milliarden Dollar übertrifft Schätzungen um mehr als eine Milliarde
  • Aktie legte nachbörslich rund 19 Prozent zu und fügte 64 Milliarden Dollar Marktwert hinzu
  • CEO Lip-Bu Tan sicherte Deals mit Tesla, Google, SoftBank und Nvidia
  • Q2-Umsatzprognose von 13,8 bis 14,8 Milliarden Dollar liegt weit über den Erwartungen

Es gibt Quartalszahlen, die den Markt überraschen. Und dann gibt es Quartalszahlen wie diese von Intel. Nachbörslich schoss die Aktie um rund 20 Prozent nach oben, 65 Milliarden Dollar Marktwert entstanden in wenigen Stunden. Für ein Unternehmen, das in den letzten Jahren vor allem durch Managementfehler, verpasste KI-Chancen und Marktanteilsverluste aufgefallen war, ist das eine andere Dimension.

Die Zahlen, die niemand erwartet hat

Der Umsatz im ersten Quartal lag bei 13,58 Milliarden Dollar. Die Schätzungen der Analysten? 12,42 Milliarden. Das ist kein knappes Drüberliegen, das ist ein satter Schlag ins Gesicht aller, die Intel schon abgeschrieben hatten. Bereinigt verdiente das Unternehmen 29 Cent je Aktie, erwartet wurde gerade mal 1 Cent. Das Datencenter- und KI-Segment brachte 5,1 Milliarden Dollar, auch hier lagen die Schätzungen mit 4,41 Milliarden deutlich daneben.

Für das zweite Quartal erwartet Intel einen Umsatz zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Dollar. Der Konsens lag bei 13,07 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 20 Cent liegen, erwartet wurden 9 Cent. Wer jetzt noch von einem Zufallstreffer spricht, muss das gut begründen.

Intel Corporation Aktie Chart

Tan hat geliefert, zumindest vorerst

CEO Lip-Bu Tan, seit etwas mehr als einem Jahr im Amt, hat das Unternehmen in kurzer Zeit umgebaut. Stellenabbau, Verkauf von Assets, und vor allem: Deals. Mit Google wurde die KI-CPU-Partnerschaft ausgebaut. Tesla ist nun erster großer Kunde für den 14A-Prozessor, der im Terafab-Projekt in Austin entstehen soll. SoftBank und Nvidia haben investiert, die US-Regierung ist ebenfalls an Bord. Das klingt nach einem Unternehmen, das wieder Anrufe annimmt.

Tan selbst sagte auf der Analystenkonferenz, der Aufschwung bei CPU-Nachfrage sei kein Wunschdenken, sondern komme direkt von den Kunden. Tatsächlich verschiebt sich der Markt gerade: Cloud-Anbieter wechseln vom Training großer KI-Modelle zur Ausführung autonomer KI-Agenten, und dabei sind CPUs gefragt, nicht nur GPUs.

Der Haken, den es immer gibt

Finanzchef David Zinsner räumte ein, dass ein Teil des starken Q1-Umsatzes aus Lagerbeständen stammte, die Intel eigentlich schon abgeschrieben hatte. Ältere oder schwächere Chips, die man nicht mehr zu verkaufen glaubte, fanden doch noch Abnehmer. Das ist keine Augenwischerei, aber es ist auch kein Beweis für strukturell starke Nachfrage.

Dazu kommt: Nvidia, AMD und Arm greifen alle denselben CPU-Markt an. Intel ist nicht allein in diesem neuen Spielfeld. Und die Foundry-Sparte, die Intel zu einem ernsthaften TSMC-Herausforderer machen soll, brachte im ersten Quartal weniger als 200 Millionen Dollar von externen Kunden. Der Rest war internes Geschäft.

Michael Schulman von Cerity Partners fasste es treffend zusammen: Intel sei eine Hochrisikowette darauf, ob das Unternehmen sich bis 2030 wirklich vom Schwergewicht zum schlanken Auftragsfertiger wandeln kann. Wer das glaubt, findet vielleicht einen attraktiven Einstieg. Wer es nicht glaubt, schaut auf eine Aktie, die in diesem Jahr bereits um 81 Prozent gestiegen ist und reichlich teuer wirkt.

Intel-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Intel-Analyse vom 24. April liefert die Antwort:

Die neusten Intel-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Intel-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Intel: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)