Intel geriet gestern in den Sog eines breiten Ausverkaufs bei Halbleiter- und Rechenzentrumswerten: Die Aktie verlor 10%. Reuters berichtete, dass Anleger die Aussichten des KI-Sektors neu bewerteten. Neben Intel belasteten auch Verluste bei Nvidia, AMD und Marvell den Halbleiterindex.
Der Rückgang war damit Teil einer branchenweiten Verkaufswelle. Reuters beschrieb Intels schwachen Ausblick zugleich als fortbestehende unternehmensspezifische Belastung.
PC-Schwäche und Produktionsausfall belasten
Vor gut einer Woche legte Intel Quartalszahlen und einen Ausblick vor, der Medienberichten zufolge hinter den Erwartungen blieb. Für das Schlussquartal 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 15,0 Milliarden $ und 16,0 Milliarden $. Das Management warnte zudem, die Schwäche des PC-Marktes könne mindestens bis ins erste Halbjahr 2027 anhalten.
Hinzu kommen die Folgen der Explosion im israelischen Werk. Intel erklärte Reuters am 29. Oktober, das Ereignis werde voraussichtlich über zwei Quartale hinweg rund 600 Millionen $ Umsatz kosten. Zudem rechnet das Unternehmen mit geringeren Lieferungen von KI-Serverchips an Cloudkunden.
Ausbau des Cloudgeschäfts und Übernahmepläne
Auf der Geschäftsseite kündigten Intel und Oracle am 27. Oktober eine mehrjährige Zusammenarbeit an. Die Unternehmen planen, das Angebot Xeon-basierter Rechenkapazitäten auf Oracle Cloud Infrastructure auszubauen. Die Kooperation soll unter anderem Unternehmensanwendungen und agentische KI unterstützen.
Bereits am 26. Oktober vereinbarte Intel die Übernahme des Quantencomputing-Softwareunternehmens Classiq. Nach Unternehmensangaben steht die Transaktion unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen; Intel erwartet den Abschluss im ersten Halbjahr 2027.
Eine am Montag veröffentlichte Pflichtmitteilung dokumentierte außerdem einen Aktienkauf von Intel-Chef Lip-Bu Tan. Er erwarb demnach 150.000 Intel-Aktien zu einem gemeldeten Preis von 64,73 $ je Anteil.
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