Intel-Aktie: Die Anleger gehen komplett steil!

Intel übertrifft mit Q1-Zahlen alle Erwartungen deutlich und gibt einen starken Ausblick für das zweite Quartal.

Auf einen Blick:
  • Intel übertrifft im ersten Quartal mit 13,58 Milliarden Dollar Umsatz die Konsensschätzung von 12,36 Milliarden Dollar klar
  • Bereinigtes EPS von 0,29 Dollar statt erwarteter 0,01 Dollar
  • Data-Center- und KI-Umsatz stieg um 22 Prozent auf 5,05 Milliarden Dollar
  • Ausblick auf Q2 mit einem Umsatz-Midpoint von 14,3 Milliarden Dollar ebenfalls weit über den Schätzungen

15 Prozent nachbörslich (Stand 22.30 Uhr MESZ). Das ist kein Zucken, das ist ein Ruck. Intel hat mit den Zahlen zum ersten Quartal die Wall Street so deutlich übertroffen, dass man sich kurz die Augen reibt, ob man die Konsensschätzungen richtig gelesen hat.

Die Zahlen, die niemand so erwartet hat

Für das Quartal bis Ende März meldete Intel einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,29 Dollar. Die Analysten hatten im Durchschnitt gerade mal einen Cent erwartet. Der Umsatz kletterte um 7,2 Prozent auf 13,58 Milliarden Dollar, während der Konsens bei 12,36 Milliarden lag. Das ist kein kleines Übertreffen, das ist eine andere Größenordnung.

Besonders das Segment Data Center und KI hat gezündet: 5,05 Milliarden Dollar, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und gut 640 Millionen über dem, was Analysten erwartet hatten. Auch das Client-Computing-Geschäft lieferte mit 7,73 Milliarden Dollar ordentlich ab, rund 630 Millionen über den Schätzungen.

Intel Corporation Aktie Chart

Tan erklärt, warum das kein Zufall ist

CEO Lip-Bu Tan schreibt das Ergebnis einem bewussten Umbau zu. Die nächste Welle der KI verlagere Intelligenz näher an den Endnutzer, von Basismodellen hin zu Inferenz und agentischen Systemen. Das erhöhe den Bedarf an Intels CPUs und Packaging-Angeboten erheblich. Tan spricht von einem sechsten Quartal in Folge, in dem der Umsatz über den eigenen Erwartungen lag, und von neuen sowie vertieften Partnerschaften.

Analyst Gerard bremst den Jubel

Louis Gerard von Seeking Alpha sieht das Ergebnis differenzierter. Intel sei nach wie vor die größte „Zeig-mir-erst-was“-Geschichte am Markt. Das Unternehmen bereinige seine Bilanz, was in den Non-GAAP-Kennzahlen nicht sichtbar werde. Das Management nehme den Schmerz jetzt auf sich, um 2027 saubereres Wachstum zeigen zu können. Und dann noch das: Intel verbrenne Milliarden, um ein westliches Pendant zu TSMC aufzubauen, dessen Fähigkeiten im 18A-Prozessknoten noch nicht bewiesen seien.

Das ist halt die Crux bei Intel. Die Quartalszahlen sind gut. Die eigentliche Geschichte spielt sich aber erst in einigen Jahren ab.

Der Ausblick macht den Unterschied

Für das zweite Quartal erwartet Intel einen Umsatz zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Dollar, Midpoint also 14,3 Milliarden, verglichen mit den 13,04 Milliarden, die Analysten auf dem Zettel hatten. Bereinigtes EPS soll bei 0,20 Dollar liegen, doppelt so hoch wie die Schätzung von 0,09 Dollar. Bereinigte Bruttomarge: 39 Prozent.

Sechs Quartale in Folge über den eigenen Erwartungen. Vielleicht ist das doch kein Zufall.

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