Ein Kurssprung von fast acht Prozent, drei Analystenhäuser mit neuen Kurszielen am selben Tag und ein Chart, der technisch nach oben zeigt — bei Intel kommt aktuell einiges zusammen. Die Aktie kletterte im Verlauf des Handels bis auf 109,43 Dollar und lag damit deutlich über dem Vortagesschluss von 101,05 Dollar.
Analysten überschlagen sich
Tigress Financial hob das Kursziel von 118 auf 145 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Begründet wird das mit dem KI-getriebenen Turnaround und einer stärkeren Nachfrage nach Xeon-Serverprozessoren.
Northland stufte Intel gleichzeitig auf „Outperform“ hoch mit einem Kursziel von 120 Dollar und verwies auf Fortschritte bei der geplanten Terafab-Partnerschaft, für die sich Berichten zufolge auch SpaceX und Tesla interessieren sollen. Melius Research legte noch eine Schippe drauf: Das Foundry-Geschäft könnte demnach einen Weg zu 165 Dollar pro Aktie eröffnen.
Die Kursziele liegen damit weit gestreut zwischen 120 und 165 Dollar — ein Bild, das die unterschiedliche Gewichtung von Foundry-Chancen versus operativem Kerngeschäft widerspiegelt.
Befeuert wird die Rally zusätzlich von Gerüchten, dass SK Hynix über die Fertigung von Speicherchips im Intel-Werk in Ohio verhandelt, möglicherweise über eine Joint-Venture-Konstruktion mit großen Cloud-Anbietern. Hinzu kommt eine für Anfang Oktober geplante Preiserhöhung von rund zehn Prozent bei PC-Prozessoren, die Händler als Zeichen zurückgewonnener Preismacht im Kerngeschäft werten.
Auf der technischen Seite soll der High-NA-EUV-Prozess bereits in der Serienfertigung laufen, wobei die 18A- und Panther-Lake-Verfahren die Leistung früherer Generationen erreichen oder übertreffen sollen — ein Fortschritt, der das Ausführungsrisiko der Foundry-Roadmap spürbar reduziert.
Charttechnik stützt die Story
Auch technisch hat sich das Bild aufgehellt. Nach dem Jahreshoch bei rund 140 Dollar im Juni war die Aktie bis Ende Juli auf etwa 81 Dollar gefallen. Seit Ende August stabilisiert sich der Kurs, die gleitenden Durchschnitte über 20 und 50 Tage wurden zurückerobert.
Ein nachhaltiger Ausbruch über die aktuelle Konsolidierungszone würde rechnerisch Potenzial bis in den Bereich des Jahreshochs eröffnen. Fällt der Kurs dagegen unter den kurzfristigen Durchschnitt, dürfte das Verlaufstief bei rund 85 Dollar als erste Auffangzone dienen.
Der breite Markt lieferte zusätzlichen Rückenwind: Der Nasdaq Composite legte um 1,4 Prozent zu, der S&P 500 um 0,9 Prozent, nachdem die Federal Reserve die Zinsen erwartungsgemäß um 25 Basispunkte gesenkt hatte. Für Intel bleibt die kommende Preiserhöhung im Oktober der nächste konkrete Test, ob sich die zurückgewonnene Preismacht auch in den Zahlen niederschlägt.
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