Intel Aktie: 18A-Prozess mit Gate-All-Around

Intels 18A-Fertigungsknoten mit GAA-Technologie rückt in den Fokus. Die Aktie legt zu, während das Foundry-Geschäft weiterhin Verluste schreibt.

Auf einen Blick:
  • 18A-Prozess als technologischer Wendepunkt
  • Foundry-Sparte mit operativem Milliardenverlust
  • Aktienkurs seit Februar um 156 Prozent gestiegen
  • Nächster Termin: BofA-Konferenz am 2. Juni

Ein Technologiebriefing hat Intel wieder in den Mittelpunkt der Halbleiterdebatte gerückt. Die Aktie legte am Dienstag zeitweise um mehr als vier Prozent zu — und das nach einer Rally, die in den vergangenen drei Monaten ihresgleichen sucht.

Gate-All-Around als Wendepunkt

Das Analyseinstitut TechInsights veröffentlichte am 25. Mai ein Briefing zu Logikprozess-Roadmaps, das Intels 18A-Fertigungsknoten als zentrales Thema behandelt. Die Kernaussage: 18A mit Gate-All-Around-Transistoren und rückseitiger Stromversorgung markiere einen bedeutenden technologischen Meilenstein — sowohl für Intels eigene Produkte als auch für die Positionierung als Auftragsfertiger für fabless-Chipdesigner. Erstmals implementiert wird die Technologie in Panther Lake, Intels erstem Prozessor auf Basis dieser Architektur.

Für Investoren ist das mehr als eine technische Notiz. Die Kursrally der vergangenen Monate ist eng mit der Frage verknüpft, ob Intel seine Prozesstechnologie in echte Foundry-Glaubwürdigkeit ummünzen kann.

Foundry-Geschäft: Potenzial trifft auf harte Zahlen

Das Foundry-Geschäft bleibt vorerst ein Transformationsprojekt. Im ersten Quartal 2026 erzielte Intel Foundry einen Umsatz von 5,4 Milliarden Dollar — dem standen jedoch Kosten und Betriebsaufwendungen von 7,9 Milliarden Dollar gegenüber, was einen operativen Verlust von 2,4 Milliarden Dollar ergibt. Der externe Foundry-Umsatz belief sich auf 174 Millionen Dollar, ein Plus von 143 Millionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum — maßgeblich getrieben durch Altera, das nach seiner Ausgliederung 2025 zum externen Kunden wurde.

Der Gesamtkonzern lieferte im ersten Quartal 13,6 Milliarden Dollar Umsatz, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Das Non-GAAP-Ergebnis je Aktie lag bei 0,29 Dollar, auf GAAP-Basis stand ein Verlust von 0,73 Dollar. Für das zweite Quartal erwartet Intel Erlöse zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Dollar. Ein Engpass bleibt: Lieferengpässe — intern wie extern — haben das Wachstum im ersten Quartal gebremst und sollen laut Unternehmensangaben das gesamte Jahr 2026 belasten.

Rally unter Bewährungsdruck

Die Kursperformance ist bemerkenswert. Seit Ende Februar legte die Intel-Aktie rund 156 Prozent zu — der stärkste Anstieg aller S&P-500-Werte in diesem Zeitraum, vor Dell Technologies mit 137 Prozent und AMD mit 124 Prozent. Auf Jahressicht hat sich der Kurs mehr als verdreifacht, das 52-Wochen-Tief von 16,69 Euro liegt weit zurück. Aktuell notiert die Aktie bei 104,68 Euro, knapp fünf Prozent unter dem Allzeithoch bei 109,88 Euro.

Das dürfte spannend werden: Nach einer solchen Rally wird jedes neue Datenpunkt zur Belastungsprobe. Die jüngste offizielle Kommunikation des Unternehmens war vergleichsweise dünn — zuletzt meldete Intel am 14. Mai eine Partnerschaft mit McLaren Racing.

Der nächste konkrete Termin ist die BofA Global Technology Conference am 2. Juni, wo Finanzchef David Zinsner und Investor-Relations-Chef John Pitzer in einem Fireside Chat über Strategie und Finanzen sprechen. Dort wird sich zeigen, ob Intel dem Markt mehr bieten kann als Prozesstechnologie-Meilensteine — nämlich einen klaren Pfad zu steigenden externen Foundry-Erlösen und entspannten Lieferketten.

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