Brinsupri hat in vier vollen Quartalen mehr als eine Milliarde Dollar umgesetzt. Damit erreicht das Atemwegsmedikament von Insmed Blockbuster-Status schneller als mehrere große Konkurrenzprodukte. Die Aktie schloss am Donnerstag rund 15 Prozent höher bei 111,50 Dollar, nachbörslich gab sie leicht nach.
Stifel senkte das Kursziel dennoch leicht auf 195 Dollar, nach zuvor 200 Dollar, und bleibt bei „Buy“. Der Grund liegt nicht im Geschäft, sondern in höher veranschlagten Betriebskosten für das vierte Quartal 2026 und das Jahr 2027.
Brinsupri überholt Vergleichsprodukte
Das Mittel gegen nicht-zystische-Fibrose-Bronchiektasen setzte im dritten Quartal 400,1 Millionen Dollar um, ein Plus von 29 Prozent zum Vorquartal. Der Konsens lag bei 379 Millionen Dollar. Im vierten vollen Quartal nach Marktstart liegt Brinsupri damit vor Winrevair und Dupixent, die in vergleichbarer Phase jeweils bei etwa 280 Millionen Dollar standen.
Der Gesamtumsatz erreichte 524,4 Millionen Dollar und übertraf die Erwartungen von 497,1 Millionen Dollar. Arikayce steuerte 124,4 Millionen Dollar bei. Der bereinigte Verlust je Aktie fiel mit 0,46 Dollar höher aus als die erwarteten 0,39 Dollar. Der Markt ignorierte das.
Die Prognose für 2026 hebt das Management an. Für Brinsupri erwartet es nun 1,35 bis 1,4 Milliarden Dollar, die Untergrenze steigt um 100 Millionen Dollar. Für Arikayce stehen 460 bis 470 Millionen Dollar im Plan. Stifel leitet aus dem oberen Ende eine Jahresendrate von rund 2 Milliarden Dollar ab.
Japan und Label-Erweiterung als Treiber
Brinsupri ist in Japan mit günstiger Preisgestaltung gestartet und dort das einzige zugelassene Mittel für diese Indikation. In der Prognose steckt noch kein nennenswerter Beitrag aus Japan. Stifel sieht darin Rückenwind für das vierte Quartal und 2027. In Japan sind rund 150.000 Patienten diagnostiziert.
Bei Arikayce prüft die US-Arzneimittelbehörde FDA eine Indikationserweiterung vorrangig, die Zielentscheidung ist für den 28. Januar 2027 terminiert. Eine Einreichung in Japan ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Beide Märkte zusammen könnten dann mehr als 200.000 Patienten umfassen.
Auch die Pipeline kommt voran. Die Rekrutierung der Phase-3-Studie PALM-ILD mit TPIP liegt laut Stifel sechs Monate vor Plan. Erste Daten der Gentherapie-Kandidaten gegen Duchenne-Muskeldystrophie und ALS erwartet das Unternehmen 2027.
Kosten bremsen die Gewinnschwelle
Der operative Verlust schrumpfte auf 89,4 Millionen Dollar, nach 366 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Insmed verfügt über rund 1,1 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln. Positiven Cashflow peilt das Management für 2027 an, ohne frisches Kapital.
Im vierten Quartal steigen allerdings die Ausgaben für klinische Programme und den Aufbau in Japan. Das belastet kurzfristig den Mittelabfluss. Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung sind bei dieser Ausgangslage naheliegend. Die nächste harte Marke setzt die FDA-Entscheidung zu Arikayce am 28. Januar 2027.
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