Die Nachricht über den unbeeinträchtigten Geschäftsbetrieb soll die Wogen glätten, doch für eine Entwarnung ist es viel zu früh. Nachdem am Donnerstag Durchsuchungen an den Standorten in Tutzing und München stattfanden, reagierte das Management gestern mit einer schnellen Beschwichtigung.
Das Unternehmen teilte mit, dass der operative Betrieb weiterlaufe und nach aktuellem Kenntnisstand keine Vorgänge des laufenden Geschäftsjahres betroffen seien. Begleitend wurde eine Produktvorstellung für die Aktionäre in Aussicht gestellt, deren Termine noch folgen sollen.
Am Markt reichte diese Botschaft bereits für eine erste Gegenbewegung. Der Schlusskurs lag am Freitag bei 41,05 Euro, was einem Tagesplus von 9,0 Prozent entsprach. Nach dem vorangegangenen Absturz bis auf das 52-Wochen-Tief von 31,05 Euro greifen erste Akteure wieder zu. Meiner Ansicht nach ist dieser Optimismus jedoch verfrüht.
Operative Normalität ersetzt keine Aufklärung
Der Versuch, das Geschehen als isoliertes Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter darzustellen, wirkt wie der klassische Reflex in einer Krisensituation. Im Raum steht der Verdacht steuerstrafrechtlicher Verfehlungen: Kunden sollen bei der Erlangung nicht gerechtfertigter Steuervorteile im Zusammenhang mit Forschungszulagen unterstützt worden sein. Solche Vorwürfe treffen ein Beratungs- und Softwareunternehmen im Kern seines Geschäftsmodells.
Dass der laufende Betrieb formal weitergeht, ist eine Selbstverständlichkeit und keine strategische Erfolgsmeldung. Wenn Behörden wegen des Verdachts auf Beihilfe zu ungerechtfertigten Steuervorteilen ermitteln, steht das Vertrauen der Kundschaft auf dem Spiel.
Für mich wiegt die offene Frage nach den finanziellen und haftungsrechtlichen Konsequenzen deutlich schwerer als die Zusage, dass im aktuellen Geschäftsjahr bislang keine Auffälligkeiten festgestellt wurden. Das Unternehmen räumte selbst ein, dass eine abschließende Bewertung der Auswirkungen noch gar nicht möglich ist.
Eine Ankündigung zur Unzeit
Inmitten dieser schweren Belastungsprobe nun eine Produktpräsentation für Anteilseigner anzukündigen, hinterlässt einen faden Beigeschmack. Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier mit Zukunftsthemen von den drängenden Problemen der Gegenwart abgelenkt werden soll. Anleger brauchen derzeit keine neuen Produktfeatures, sondern schonungslose Transparenz über den Umfang der behördlichen Ermittlungen.
Solange unklar ist, ob und in welcher Höhe Nachzahlungen, Strafen oder Regressforderungen drohen könnten, bleibt jedes operative Signal zweitrangig. Das Risiko liegt nicht im Tagesgeschäft, sondern im Ausgang des Ermittlungsverfahrens.
Vorsicht bleibt das Gebot
Unterm Strich spricht das Chance-Risiko-Verhältnis derzeit klar gegen ein Engagement. Die jüngste Kurserholung zeigt zwar, dass spekulative Käufer auf eine rasche Beilegung der Vorwürfe wetten. Doch steuerstrafrechtliche Ermittlungen ziehen sich erfahrungsgemäß über Monate hinweg.
Für mich überwiegen die Risiken klar. Solange die Vorwürfe nicht vollständig entkräftet oder die finanziellen Folgen verlässlich beziffert sind, bleibt die Aktie ein hochriskantes Terrain. Anleger sollten sich von der angekündigten Aktionärspräsentation nicht blenden lassen und an der Seitenlinie verharren.
innoscripta SE Inhaber-Akt-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue innoscripta SE Inhaber-Akt-Analyse vom 03. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten innoscripta SE Inhaber-Akt-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für innoscripta SE Inhaber-Akt-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 03. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
innoscripta SE Inhaber-Akt: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
