Ein Quartal, das die eigenen Erwartungen deutlich übertrifft — und gleich zwei Jahresprognosen mit nach oben zieht. ING hat am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die Anleger unmittelbar goutierten: Die Aktie legte an der Euronext Amsterdam um über zwei Prozent zu.
Zahlen übertreffen die Erwartungen
Der Gewinn vor Steuern kletterte im zweiten Quartal auf 2,92 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg auf 1,95 Milliarden Euro, der Gewinn je Aktie erreichte 0,68 Euro. Beide Werte liegen deutlich über dem Vorjahresniveau und laut Unternehmensangaben auch über den Markterwartungen.
Getragen wurde das Ergebnis von einem breiten Wachstum über nahezu alle Ertragslinien hinweg. Die Gesamterträge summierten sich auf 6,28 Milliarden Euro, davon entfielen 4,17 Milliarden Euro auf den kommerziellen Zinsüberschuss und 1,28 Milliarden Euro auf Provisionserträge. Im Retail-Geschäft gewann die Bank binnen drei Monaten 377.000 neue mobile Primärkunden hinzu, mit besonders starker Dynamik in den Niederlanden, Deutschland und Spanien.
Vorstand hebt Ausblick für 2026 und 2027 an
ING traut sich für das laufende Jahr nun mehr zu: Die Gesamterträge sollen 2026 die Marke von 24,5 Milliarden Euro übersteigen, die Rendite auf das materielle Eigenkapital (ROTE) soll über 15 Prozent liegen. Für 2027 stellt der Vorstand Erträge von mehr als 26 Milliarden Euro und eine ROTE oberhalb von 16 Prozent in Aussicht.
Parallel zur Zahlenvorlage kündigte die Bank eine Zwischendividende von 0,40 Euro je Aktie an. Die Kernkapitalquote lag zum Quartalsende bei 13,1 Prozent — Spielraum, den ING auch für sein laufendes Aktienrückkaufprogramm nutzt.
Noch vor der Veröffentlichung hatten mehrere Banken ihre Kursziele angehoben: Citigroup sieht ING nun bei 31,20 Euro, Deutsche Bank bei 31 Euro, beide mit Kaufempfehlung. Von den 20 Analysten, die den Titel beobachten, votieren zwölf für „Kaufen“, nur einer für „Verkaufen“.
Für das laufende dritte Quartal bleibt der Vorstand bei seiner Linie: Wachstum bei Krediten und Einlagen soll sich fortsetzen, während die im Frühjahr angekündigte Beteiligung an der spanischen Vermögensverwaltung Singular Bank im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden soll.
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