Die Aktie von InflaRx legt heute um 7,74 Prozent auf 2,17 Euro zu. Der Kurs hat damit innerhalb einer Woche um 27,76 Prozent zugelegt. Auslöser des jüngsten Schubs: ein Konkurrenz-Produkt gerät massiv unter Druck — und InflaRx zieht daraus Vorteile.
Das Chaos der Konkurrenz
Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat am 26. Juni 2026 empfohlen, die Zulassung für Tavneos (avacopan) zu widerrufen. Grund sind Verstöße gegen die Guten Klinischen Praxen (GCP) und irreführende Daten aus der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ADVOCATE. Drei Tage später zog das New England Journal of Medicine die Studiendaten zurück.
Das ist ein schwerer Schlag für den Wettbewerber. Für InflaRx könnte es eine Chance sein. Das Unternehmen kündigte an, mit der EMA über Entwicklungswege für die eigenen Kandidaten vilobelimab und izicopan zu sprechen. Das Ziel: eine erweiterte Entwicklungs- und Zulassungsstrategie für die Behandlung der ANCA-assoziierten Vaskulitis (AAV) in Europa.
Zwei Kandidaten in der Pipeline
InflaRx stellt sich breit auf. Vilobelimab ist nach Unternehmensangaben phase-3-bereit. Die Substanz hat bereits zwei Phase-II-Studien durchlaufen — IXCHANGE und IXPLORE. In der EU ist sie unter dem Namen GOHIBIC bereits zur Behandlung von COVID-19-bedingtem akuten Atemnotsyndrom (ARDS) zugelassen.
Izicopan ist einen Schritt zurück. Der orale C5a-Rezeptor-Inhibitor befindet sich in der Planungsphase für die klinische Entwicklung der Phase II. Bisherige Daten zeigen ein günstiges Sicherheitsprofil und eine wirksame Blockade der C5a-induzierten Neutrophilen-Aktivierung.
Parallel dazu führt der chinesische Partner Staidson eine Phase-III-Studie mit dem Antikörper BDB-001 in China durch.
Marktkontext
Der Kurs von InflaRx hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt — ein Plus von 132,42 Prozent. Mit einem RSI von 69,8 liegt die Aktie knapp unter der überkauften Zone. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt 19,54 Prozent, zum 200-Tage-Durchschnitt sogar gut 85 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch bei 2,52 Euro ist nur 14 Prozent entfernt.
CEO Prof. Niels C. Riedemann verweist auf die Expertise des Unternehmens im C5a/C5aR-Signalweg als Kern der Entwicklungsstrategie. Anleger warten nun auf die geplanten Gespräche mit der EMA. Sie werden zeigen, ob InflaRx die Lücke, die der Tavneos-Eklat gerissen hat, tatsächlich füllen kann.
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