Infineon hat sein Aktienrückkaufprogramm für 2026 beendet. Der Chiphersteller erwarb insgesamt drei Millionen Aktien für einen Gesamtkaufpreis von 175,3 Millionen Euro, der Durchschnittspreis lag bei 58,45 Euro je Aktie. Damit liegt der abgeschlossene Kaufpreis spürbar über dem aktuellen Kursniveau – die Aktie schloss am Dienstag bei 55,38 Euro, ein Minus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vortag.
Der Rückkauf fällt in eine Phase, in der Infineon operativ Fortschritte macht, an der Börse aber Vertrauen zurückgewinnen muss. Vor rund einem Monat hatte der Konzern seine Jahresprognose angehoben, die Aktie hat seither dennoch 7,6 Prozent verloren.
Auch die vor über einem Monat eröffnete Smart Power Fab in Dresden, mit fünf Milliarden Euro die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte, konnte den Kurs nicht stabilisieren – seit der Eröffnung steht ein Minus von 29,4 Prozent zu Buche.
Übernahme soll KI-Geschäft stärken
Parallel zum Rückkaufabschluss treibt Infineon seine Expansion im Geschäft mit Stromversorgung für Rechenzentren voran. Am 24. August kündigte der Konzern die Übernahme des in Bangalore ansässigen Unternehmens C2i Semiconductors an. Die Transaktion soll die Kompetenz bei der Energieversorgung von KI-Rechenzentren stärken, der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Über die Kaufsumme machte Infineon keine Angaben.
Das Geschäft mit KI-Rechenzentren gilt intern als zentraler kurzfristiger Wachstumstreiber. Für das laufende Jahr rechnet Infineon in diesem Segment mit Umsätzen zwischen 1,5 und 1,6 Milliarden Euro, für 2027 werden rund 2,5 Milliarden Euro angepeilt.
Um diese Entwicklung zu unterstützen, hat der Konzern seine Investitionsprognose für 2026 um 500 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro erhöht, mit Schwerpunkt auf dem Standort Dresden.
Analysten sehen Erholungspotenzial
Die DZ Bank bekräftigte am 27. August ihr Kursziel von 77 Euro bei einer Kaufempfehlung. Die Analysten verweisen darauf, dass wirtschaftlich relevanter als vollautonomes Fahren der Stufen 3 und 4 vor allem Fahrerassistenzsysteme der Stufen 2+ und 2++ seien.
Software-definierte Fahrzeuge machten demnach zuletzt etwa elf Prozent des Konzernumsatzes aus. Auch aus Sicht der DZ Bank bleibt das KI-Rechenzentrumsgeschäft der wichtigste kurzfristige Wachstumshebel für Infineon.
Trotz der operativen Fortschritte bleibt der Kurs unter dem 200-Tage-Durchschnitt, über dem er mit einem Abstand von 3,8 Prozent notiert – ein Hinweis darauf, dass sich die mittelfristige Erholungsbewegung fortsetzt, auch wenn die kurzfristige Schwäche der vergangenen Wochen sichtbar bleibt.
Der nächste wichtige Termin für Anleger ist der 10. November, wenn Infineon die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal sowie die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 vorlegen wird.
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