Infineon blockiert einen chinesischen Konkurrenten auf dem wichtigsten Markt der Welt. Die US-Handelsbehörde verbietet den Import bestimmter Leistungschips von Innoscience. Das ist ein harter Schlag für den Rivalen. Für den deutschen Konzern ist es ein strategischer Erfolg.
Die US International Trade Commission hat endgültig entschieden. Innoscience verletzt ein Patent von Infineon bei der sogenannten Galliumnitrid-Technologie. Die Strafe greift hart durch. Die US-Behörden untersagen Import und Verkauf der betroffenen Halbleiter. Wenige Tage zuvor urteilte bereits das Landgericht München I ähnlich. Auch in Deutschland darf das Unternehmen diese Chips weder einführen noch anbieten.
Milliardengeschäft mit Leistungschips
Galliumnitrid ist ein Schlüsselmaterial für die Zukunft. Diese Chips steuern Rechenzentren und Elektroautos besonders energieeffizient. Infineon besitzt in diesem Technologiefeld rund 450 Patentfamilien. Das Management verteidigt dieses geistige Eigentum nun aggressiv.
Parallel baut der Konzern seine Kapazitäten aus. Erst Anfang Juli eröffnete Infineon eine neue Chipfabrik in Dresden. Der Bau kostete fünf Milliarden Euro. Die Fertigstellung gelang sogar mehrere Monate vor dem ursprünglichen Plan.
Aktie im Konsolidierungsmodus
Trotz dieser operativen Stärke schwächelt der Aktienkurs aktuell. Anleger trennen sich im Zuge einer branchenweiten Korrektur von Halbleiterwerten. Die Infineon-Aktie pendelt derzeit um 71,29 Euro. Damit notiert das Papier gut 20 Prozent unter dem Jahreshoch. Ein Blick auf die Technik zeigt einen angeschlagenen Trend. Der RSI-Wert liegt bei 42,5. Kurz gesagt: Der Markt kühlt ab.
Dennoch bleibt das große Bild intakt. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein sattes Plus von über 86 Prozent. Das operative Geschäft liefert starke Ergebnisse. Der Konzern sichert seine Marktposition juristisch konsequent ab. Die aktuelle Kursschwäche baut lediglich die starke Überhitzung der vergangenen Monate ab.
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