Ein neues Werk in Dresden soll schneller Geld verdienen als je zuvor bei Infineon. Die Investmentbank Jefferies bestätigte ihre Kaufempfehlung für die Aktie und beließ das Kursziel bei 96 Euro. Der Grund: eine Fertigungsmethode, die frühere Werksprojekte alt aussehen lässt.
KI-Planung soll Hochlauf beschleunigen
Jefferies-Analyst Janardan Menon sieht in der neuen „Smart Power Fab“ mehr als nur eine zusätzliche Fabrik. Infineon nutzt dort eine KI-gestützte Planung und sogenannte digitale Zwillinge. Das Werk soll damit schon in zwei bis drei Jahren die volle Auslastung erreichen.
Frühere Fabriken des Konzerns brauchten dafür deutlich länger. Der neue Zeitrahmen wäre ein klarer Bruch mit diesem Muster.
Menon sieht dafür auch fundamentale Gründe. Die Nachfrage aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Autobranche und Industrie bleibt robust. Bei hochmodernen Leistungschips gibt es weiterhin Engpässe.
Der Analyst hält das Umsatzziel von über fünf Milliarden Euro für den Standort sogar für konservativ. Starke Preise, ein günstiger Produktmix und mehr Kapitaleffizienz sprechen aus seiner Sicht dafür. Die Fabrik dürfte damit sowohl Wachstum als auch Margen des Konzerns antreiben.
Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch
Die Einschätzung von Jefferies passt ins Gesamtbild. Im Juni bewerteten 13 Analysten die Aktie, elf davon mit einer Kaufempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 92,50 Euro.
Auch andere Häuser äußerten sich zuletzt. Die UBS stufte Infineon mit „Neutral“ ein, die Deutsche Bank sprach eine Kaufempfehlung aus.
Kurs zeigt starken Lauf, aber auch Schwankungen
Am Freitag schloss die Aktie bei 77,44 Euro, ein Plus von 2,26 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht ein Kursgewinn von über 100 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es mehr als 109 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 89,67 Euro aus dem Juni ist der Titel derzeit rund 14 Prozent entfernt. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei über 73 Prozent — ein Hinweis auf die Schwankungsbreite, mit der Anleger derzeit rechnen müssen.
Die „Smart Power Fab“ in Dresden ist bereits offiziell in Betrieb. Ob sich die von Jefferies erwartete Beschleunigung tatsächlich in den Zahlen zeigt, dürfte sich erstmals bei der Vorlage der Quartalszahlen im August andeuten.
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