Infineon hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die bislang höchsten Verkaufszahlen seiner Firmengeschichte erzielt. Getragen wurde das Wachstum vom Geschäft mit Chips für künstliche Intelligenz, wie der Konzern am 10. August mitteilte. Der Umsatz stieg auf 4,172 Milliarden Euro, der Gewinn lag bei 797 Millionen Euro, die Segment-Marge erreichte 19,1 Prozent.
Guidance sieht weiteres Wachstum
Für das laufende vierte Geschäftsquartal rechnet Infineon mit einem Umsatz von 4,7 Milliarden Euro und einer weiteren spürbaren Verbesserung der Marge. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 peilt der Konzern damit einen Umsatz von rund 16,3 Milliarden Euro an – ein Plus von etwa 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Management begründet den positiven Ausblick vor allem mit der anhaltend starken Nachfrage aus dem KI-Bereich, die Infineons Stromversorgungslösungen für Rechenzentren zugutekommt.
Parallel zu den Zahlen baut Infineon seine Position im Zukunftsfeld der KI-Infrastruktur aus. Vor rund einer Woche hatte der Konzern die Übernahme des indischen Spezialisten C2i Semiconductors sowie eine Kooperation im Bereich Siliziumkarbid-Technologie bekanntgegeben – Schritte, die das Portfolio um digitale Stromversorgungsverwaltung für KI-Rechenzentren erweitern sollen. Der Deal mit C2i soll im dritten Quartal des Kalenderjahres 2026 abgeschlossen werden.
Kooperation mit LS Electric nimmt Form an
Bereits im Juli hatten Infineon und das südkoreanische Unternehmen LS Electric eine Grundsatzvereinbarung zur Zusammenarbeit bei hocheffizienten Gleichstrom-Infrastrukturlösungen unterzeichnet. Mitte August konkretisierten beide Seiten die Ausrichtung: Im Fokus stehen Stromumwandlungssysteme für Energiespeicher, Solid-State-Transformatoren sowie Solid-State-Schutzschalter.
Auch diese Technologien zielen auf den wachsenden Strombedarf von KI-Rechenzentren und Stromnetzen der nächsten Generation ab – ein Markt, den Infineon als strategischen Wachstumstreiber positioniert.
Auf der Kapitalseite hat Infineon zudem ein begrenztes Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen, das am 21. August gestartet war und der Bedienung bestehender Mitarbeiterbeteiligungsprogramme diente. Es handelt sich um eine vergleichsweise kleine, technisch motivierte Maßnahme ohne direkten Bezug zur operativen Geschäftsentwicklung.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse zeigte sich am Freitag noch keine Euphorie über die operativen Fortschritte: Die Aktie schloss bei 56,74 Euro, ein Minus von 0,8 Prozent auf Tagessicht. Damit notiert das Papier weiterhin rund 6,7 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt, hat sich vom Jahreshoch aber deutlich entfernt.
Anleger dürften nun genau beobachten, ob sich die angekündigte Margen- und Umsatzsteigerung im vierten Quartal tatsächlich in den Zahlen niederschlägt und ob die jüngsten Zukäufe im KI-Segment die Wachstumsstory des Konzerns weiter untermauern.
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