Infineon Aktie: Rechenzentren gegen PC-Flaute

Symbolbild, KI-generiert

Infineons Rekordumsatz im dritten Geschäftsquartal und das Wachstum bei KI-Rechenzentren stehen einer Schwäche im PC-Markt gegenüber.

Auf einen Blick:
  • Intel erwartet PC-Flaute bis Mitte 2027
  • Intel-Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 78 Prozent
  • Infineon erzielte 4,17 Milliarden Euro Quartalsumsatz
  • Jahreszahlen folgen am 10. November

Intels Zahlen belasten den Chipsektor, doch bei Infineon fällt der Effekt womöglich kleiner aus als gedacht. Der US-Konzern brach nachbörslich zeitweise um bis zu 23 Prozent ein, weil er für das Schlussquartal nur 15 bis 16 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht stellt. Die Infineon-Aktie hatte am Donnerstag noch rund ein Prozent auf 54,01 Euro zugelegt.

Warum Intels Problem nicht Infineons Problem ist

Die Schwäche stammt vom PC. Intels Geschäft mit PC-Chips schrumpfte im dritten Quartal um fünf Prozent, Finanzchef David Zinsner erwartet die Flaute mindestens bis Mitte 2027. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs dagegen um 78 Prozent, bei Server-Prozessoren kommt Intel mit der Lieferung kaum nach.

Genau dort wächst Infineon. Der Konzern liefert Chips, die den Strom in KI-Rechenzentren umwandeln, und erzielte im dritten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz von 4,17 Milliarden Euro. Für das Ende September abgelaufene vierte Quartal hatte Infineon rund 4,7 Milliarden Euro angekündigt.

Ganz abgekoppelt ist das Unternehmen allerdings nicht. Infineon beliefert auch den PC- und Unterhaltungselektronikmarkt, und die Stimmung im Sektor ist angeschlagen.

Charttechnik und Analysten

Die 50-Tage-Linie bei 56,29 Euro bildet den ersten Widerstand, knapp darüber verläuft die 200-Tage-Linie bei 57,10 Euro. Als Unterstützung gilt das Sechs-Monats-Tief vom 23. Oktober bei rund 48 Euro, wo der Abverkauf im Chipsektor zuletzt stoppte. Fällt die Aktie darunter, wäre die jüngste Gegenbewegung gescheitert.

Mittelfristig bleibt das Bild für Optimisten intakt. Jefferies bekräftigt die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 96 Euro und verweist auf die anhaltend starke Halbleiternachfrage sowie die positiven Gewinnaussichten. Zum Jahreshoch von 88,83 Euro am 22. Juni fehlt dem Papier noch ein gutes Stück. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von rund 35 Prozent.

Die nächste Weichenstellung kommt am 10. November. Dann legt Infineon die Jahreszahlen vor und gibt den Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027. Dort zeigt sich, ob das Rechenzentrumsgeschäft die Schwäche in den PC-nahen Märkten überdeckt.

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