Die Aktie von Infineon gab am Freitag um 2,9 Prozent nach und ging bei 51,54 Euro aus dem Handel. Auslöser für den Abgabedruck war das internationale Marktumfeld: Unerwartet hohe US-Inflationsdaten für September und Sorgen um die Finanzierung von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zogen die Halbleiterbranche weltweit ins Minus.
Marktumfeld bremst Chipbranche aus
Wie das Handelsblatt berichtete, erfasste eine weltweite Verkaufswelle den gesamten Halbleitersektor. Zuvor hatten bereits Verluste bei asiatischen Speicherherstellern wie SK Hynix und Samsung sowie ein Einbruch beim US-Anbieter CoreWeave die Marktteilnehmer verunsichert.
Zusätzliche Zurückhaltung lösten Berichte über leistungsfähige KI-Chips eines chinesischen Unternehmens aus. Laut Reuters führten diese Meldungen zu Gewinnmitnahmen bei Chipwerten. Die Sorge vor anhaltend restriktiven Zinsen nach den US-Teuerungsdaten verstärkte den Verkaufsdruck an den Börsen.
Analysten blicken auf neuen Ausblick
Vor diesem Hintergrund richtet sich das Interesse der Anleger auf die fundamentale Verfassung des Münchner Chipherstellers. Das Analysehaus mwb research bestätigte am Donnerstag seine Einstufung für Infineon mit „Halten“ und beließ das Kursziel bei 60 Euro.
Die Analysten sehen wenig Spielraum für wesentliche Überraschungen beim anstehenden Quartalsbericht. Entscheidend für die mittelfristige Bewertung der Aktie dürfte daher vor allem der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026/2027 werden.
Weichenstellungen bei Siliziumkarbid und KI
Operativ stellt Infineon gleichzeitig die Weichen für die künftige Produktion. Am Donnerstag unterzeichnete das Unternehmen eine mehrjährige Liefervereinbarung mit Wolfspeed über 200-mm-Siliziumkarbid-Wafer. Der Vertrag stellt die bestehende Lieferbeziehung von 150-mm- auf 200-mm-Substrate um. Damit sichert sich Infineon die Materialversorgung für den Hochlauf der eigenen Fertigung und stärkt die Lieferketten.
Zudem bereitet sich der Konzern auf seinen nächsten Branchenauftritt vor. Am Mittwoch kündigte das Unternehmen an, auf der Messe electronica vom 10. bis 13. November Halbleiterlösungen für KI in Rechenzentren, Robotik und Mobilität zu präsentieren.
Am 10. November will Infineon zudem die vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2026 veröffentlichen. Trotz der jüngsten Kurseinbußen im Branchenumfeld verzeichnet der DAX-Titel seit Jahresbeginn ein Plus von 37 Prozent.
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