Infineon Aktie: Micron zündet den Chipsektor

Symbolbild, KI-generiert

Microns Prognose belebte Chipwerte; Infineon meldete KI-Umsatzwachstum und eröffnete ein Backend-Werk in Thailand.

Auf einen Blick:
  • Infineon zeitweise fünf bis sechs Prozent höher
  • Oddo BHF stuft auf Outperform hoch
  • KI-Umsatz im Geschäftsjahr mehr als verdoppelt
  • Neues Backend-Werk in Thailand eröffnet

Infineon führt am Freitag den DAX an. Ein starker Ausblick des US-Speicherchipherstellers Micron hat die Halbleiterbranche beflügelt, und bei Infineon kommen mehrere eigene Argumente hinzu. Die Aktie legte zeitweise rund fünf bis sechs Prozent zu und notierte zuletzt bei gut 62 Euro.

Micron liefert den Impuls

Die Zahlen des US-Konzerns unterstrichen den anhaltenden KI-Boom. Micron meldete starke Ergebnisse und einen überzeugenden Ausblick, der Chipwerte quer durch Europa nach oben zog. ASML legte um 2,3 Prozent zu, auch STMicroelectronics war gefragt. Der Stoxx 600 Technology setzte damit seinen Aufwärtstrend seit Mitte September fort und nähert sich den Jahreshochs vom Juni.

Infineon profitiert davon überproportional. Die Aktie hatte in den vergangenen drei Monaten rund 23 Prozent verloren, entsprechend groß war der Nachholbedarf.

Analysten sehen Spielraum

Hinzu kommen frische Einschätzungen. Oddo BHF hob die Aktie von „Neutral“ auf „Outperform“ und nennt den jüngsten Rücksetzer einen attraktiven Einstiegspunkt. Jefferies bestätigte „Buy“.

Das Haus erwartet, dass Infineon im kommenden Jahr von steigenden Preisen profitiert und dabei mehr Spielraum hat als die Wettbewerber. Außerdem könnte sich die zyklische Erholung der Autobranche beschleunigen. Der Konzernausblick wirkt aus dieser Sicht eher konservativ.

Dazu passt die Botschaft der Investorenkonferenz vom Donnerstag. Das Management sprach von beschleunigtem Wachstum bei Leistungshalbleitern, Mikrocontrollern und Sensoren. Der KI-Umsatz habe sich im laufenden Geschäftsjahr mehr als verdoppelt. Parallel dazu eröffnete Infineon in Thailand ein neues Backend-Werk, in das rund 1,4 Milliarden Dollar fließen.

Chartbild bleibt entscheidend

Technisch war der Weg nach oben zuletzt holprig. Nach mehreren Wochen der Seitwärtsbewegung scheiterte ein erster Ausbruchsversuch über die obere Begrenzung der Range. Die 200-Tage-Linie bleibt ein wichtiger Orientierungspunkt. Gelingt dem heutigen Kurssprung ein nachhaltiger Schlusskurs oberhalb dieser Seitwärtszone, wäre der zweite Versuch geglückt. Andernfalls dürfte die Aktie in die Range zurückfallen.

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