Infineon Aktie: KI-Zweifel erreichen Dresden

Symbolbild, KI-generiert

Zweifel an KI-Renditen und Chinas Chipfortschritte belasten Infineon, obwohl der Konzern vor allem Leistungshalbleiter und Mikrocontroller fertigt.

Auf einen Blick:
  • Kospi verliert rund sechs Prozent
  • Samsung und SK Hynix geben nach
  • Infineon notiert 4,84 Prozent niedriger
  • ASML und TSMC legen Quartalszahlen vor

Der Chip-Ausverkauf aus Asien hat Frankfurt erreicht. Infineon gehört im DAX zu den schwächsten Werten, nachdem Südkoreas Leitindex Kospi rund sechs Prozent verloren hat.

Asiens Verluste setzen den Ton

Die Schwergewichte Samsung und SK Hynix büßten zwischen sieben und neun Prozent ein. Sie dominieren den Kospi, entsprechend heftig fiel der Index. Schon am Vortag standen Halbleitertitel in den USA unter Druck.

Zwei Faktoren treiben die Verkäufe. Zum einen wachsen die Zweifel, ob sich die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz rechnen. Zum anderen macht der chinesische Speicherchip-Produzent CXMT mit technologischen Fortschritten von sich reden. Anleger fürchten um Marktanteile und Margen der etablierten Hersteller.

Die Dekabank spricht in ihrem Morgenkommentar von einer Verschärfung des Ausverkaufs. Auslöser sei die Warnung des Broadcom-Chefs vor überzogenen KI-Erwartungen und vor Finanzierungsproblemen beim Ausbau.

Infineon mit deutlichen Abschlägen

Vorbörslich hatte Infineon auf Tradegate noch 1,5 Prozent verloren. Im Xetra-Handel weitete sich das Minus aus: Zuletzt notierte die Aktie 4,84 Prozent tiefer bei 54,45 Euro.

Auch im MDAX gaben Chip- und Ausrüsterwerte nach. SUSS MicroTec sank um 5,00 Prozent auf 60,80 Euro, Aixtron verlor 4,05 Prozent auf 34,11 Euro. Der breite Markt hielt sich dagegen vergleichsweise stabil, der DAX stemmte sich gegen den Sektortrend.

Bemerkenswert: Infineon ist kein Speicherspezialist. Der Konzern verdient sein Geld vor allem mit Leistungshalbleitern und Mikrocontrollern. Die Verkäufe treffen ihn dennoch, weil Anleger die Branche derzeit pauschal abstrafen.

Zahlen von ASML und TSMC voraus

Neue Impulse könnten in den kommenden Tagen aus den Quartalszahlen anderer Branchengrößen kommen. Der niederländische Anlagenbauer ASML legt am Mittwoch seine Ergebnisse vor, der taiwanesische Konzern TSMC folgt am Donnerstag.

Beide Berichte gelten als Gradmesser für die Investitionsbereitschaft der Branche. Fallen sie robust aus, könnte das die KI-Sorgen etwas dämpfen. Enttäuschen sie, dürfte der Druck auf Infineon und andere europäische Chipwerte anhalten.

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