Infineon-Aktie: KI-Rechenzentren als neues Spielfeld!

Infineon und LS ELECTRIC entwickeln Gleichstromlösungen für KI-Rechenzentren. Die Aktie legt 2026 bereits 89 Prozent zu.

Auf einen Blick:
  • Infineon und LS ELECTRIC unterzeichnen MoU für DC-Strominfrastruktur
  • Fokus auf KI-Rechenzentren und Stromnetze der nächsten Generation
  • Zusammenarbeit bei Solid-State-Transformatoren und Leistungsschaltern
  • SSTs bis zu 30 Prozent kleiner und leichter als konventionelle Transformatoren

Wer sich fragt, wo Infineon in den nächsten Jahren wachsen will, bekommt heute eine Antwort. Der Münchner Halbleiterkonzern hat mit dem südkoreanischen Energie- und Automatisierungsspezialisten LS ELECTRIC ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, Ziel: hocheffiziente Gleichstromlösungen für KI-Rechenzentren und die Stromnetze von morgen.

Gleichstrom statt Wechselstrom

Der Hintergrund ist nicht trivial. KI-Anwendungen fressen Strom in einem Tempo, das klassische Wechselstromnetze zunehmend an ihre Grenzen bringt. Gleichstromsysteme gelten als effizienter für den Einsatz in hochdichten Rechenzentren, weil weniger Umwandlungsverluste entstehen. Infineon liefert dafür die Halbleiter, LS ELECTRIC bringt die Systemintegration mit.

Konkret geht es um drei Technologiebereiche: Energiespeicher-Konverter, sogenannte Solid-State-Transformatoren und Solid-State-Leistungsschalter. Die SSTs sind dabei besonders interessant: bis zu 30 Prozent kleiner und leichter als konventionelle Transformatoren aus Kupfer und Eisen, bei gleichzeitig höherer Effizienz. Die Leistungsschalter reagieren im Mikrosekundenbereich, schützen Schaltkreise vor Kurzschlüssen und Überlastung.

Was Weisl dazu sagt

Andreas Weisl, bei Infineon Executive Vice President und Chief Sales Officer für den Bereich Industrial and Infrastructure, formuliert es so: „Hocheffiziente Gleichstromarchitekturen werden eine Schlüsselrolle dabei spielen, den gestiegenen Energiebedarf zu bewältigen und gleichzeitig die Gesamtleistung und Nachhaltigkeit der Systeme zu verbessern.“

Auf der anderen Seite verspricht Kil Young Ahn, bei LS ELECTRIC verantwortlich für Produktion und Forschung, man wolle durch die Partnerschaft zum „Gesamtlösungsanbieter für den globalen KI-Rechenzentrumsmarkt“ werden. Große Worte, die erst noch mit Umsatz hinterlegt werden müssen.

YTD plus 89 Prozent, und trotzdem skeptisch?

Die Infineon-Aktie hat im laufenden Jahr schon rund 89 Prozent zugelegt, das 52-Wochen-Tief lag bei gut 30 Euro. Wer jetzt einsteigt, kauft eine andere Aktie als noch vor einem Jahr. Ein MoU ist kein Auftrag, kein Umsatz, kein Gewinn. Es ist eine Absichtserklärung. Davon hat Infineon zuletzt einige unterzeichnet.

Ob die Kooperation mit LS ELECTRIC wirklich zu messbaren Ergebnissen führt, zeigt sich frühestens bei den nächsten Quartalszahlen im Oktober. Bis dahin bleibt es das, was es ist: ein Signal, kein Ergebnis.

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