Einen Tag zuvor hatte die Infineon-Aktie noch 6,5 Prozent zugelegt. Dann kamen die Zahlen, und die Aktie fiel um rund 2 Prozent nach unten. Gute Nachrichten, schlechte Reaktion. Das ist die Geschichte dieses Mittwochs.
Zahlen gut, Erwartungen besser
Infineon meldete für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 3,81 Milliarden Euro, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Nettogewinn stieg auf 301 Millionen Euro, nach 232 Millionen Euro im Vorjahr. Das Segment-Ergebnis kletterte von 601 auf 653 Millionen Euro, die Marge lag bei 17,1 Prozent.
Klingt ordentlich. War es auch. Nur hatten Analysten laut Vara Research beim Quartalsumsatz 3,82 Milliarden Euro erwartet, beim Nettogewinn 334 Millionen Euro, beim Segment-Ergebnis 677 Millionen Euro und bei der Marge 17,7 Prozent. Überall knapp drunter. Das reicht dem Markt nicht.
CEO Hanebeck schwärmt, Markt zuckt mit den Schultern
Jochen Hanebeck, Chef des Münchner Chipkonzerns, ließ es sich dennoch nicht nehmen. „Der KI-Boom verstärkt sich weiter, und unsere Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren sind sehr stark gefragt“, sagte er. Der Ausbau der Energieinfrastruktur werde zum immer wichtigeren Wachstumstreiber für das Industriegeschäft.
Dazu passt, dass Infineon die Jahresprognose angehoben hat. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen nun ein deutliches Umsatzwachstum gegenüber den 14,66 Milliarden Euro aus dem Vorjahr, zuvor war nur von einem moderaten Anstieg die Rede. Die Segment-Ergebnis-Marge soll auf rund 20 Prozent steigen, nach zuvor erwarteten hohen Teenern. Der freie Cashflow wird nun auf rund 1,25 Milliarden Euro taxiert, der bereinigte freie Cashflow auf rund 1,65 Milliarden Euro.
Infineon Aktie Chart
1,5 Milliarden Euro aus KI, aber nicht mehr
Genau hier liegt der Haken, den der Markt offenbar gefunden hat. Infineon prognostiziert für das KI-Rechenzentrum-Geschäft in FY 2026 rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Diese Zahl hat das Unternehmen nicht angehoben. Eine Beschleunigung erwartet Hanebeck erst 2027. Wer auf eine höhere KI-Fantasie gehofft hatte, wurde also enttäuscht.
Dazu kommt der Autobereich. Zwar verbesserte sich der Auftragseingang, besonders bei softwaredefinierten Fahrzeugen. Doch Infineon bleibt vorsichtig, das Elektrofahrzeugsegment drückt weiterhin auf die Margen. Ab dem vierten Quartal will Infineon seine vier Geschäftsbereiche auf drei reduzieren: Automotive, Power Systems und Edge Systems. Entscheidungen sollen schneller werden.
JP Morgan kauft, Markt verkauft
Sandeep Deshpande von JP Morgan hält zwar an seiner Kaufempfehlung (Overweight) fest. Das Kursziel, das er vorschlägt, liegt aber bei 48 Euro und damit deutlich unter dem aktuellen Niveau bei rund 60 Euro. Das ist die eine Seite. Die andere: Der Markt verkaufte, obwohl die Prognose angehoben wurde und der CEO den KI-Boom beschwor. Manchmal ist das Beste einfach nicht gut genug.
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