JPMorgan rechnet bei Infineon mit möglichen Zielvorgaben für 2027 etwas oberhalb der Konsensschätzungen. Analyst Sandeep Deshpande bestätigte am Mittwoch vor der Zahlenvorlage die Einstufung „Overweight“ und das Kursziel von 96 Euro. Seine Einschätzung betrifft damit die noch erwarteten Unternehmensziele, nicht eine bereits veröffentlichte Prognose.
Zahlenvorlage und Fahrzeugcomputer
Infineon veröffentlicht am 10. November die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2026. Deshpandes Erwartung richtet sich auf die Zielvorgaben für das folgende Geschäftsjahr.
Bei der Entwicklung von Fahrzeugcomputern kündigte Infineon am 2. November eine Zusammenarbeit mit Qualcomm Technologies an. Beide Unternehmen vereinbarten ein technologieübergreifendes Designkonzept für automatisiertes Fahren und digitale Cockpits. Es soll Qualcomms Snapdragon-Ride-Referenzplattformen mit Technik von Infineon ergänzen.
Infineon bringt dabei Mikrocontroller-, Sicherheits-, Konnektivitäts- und Speichertechnik ein. Das angekündigte Konzept soll Fahrzeugcomputer auf Basis von Snapdragon Ride ermöglichen.
Investitionen mit längerem Horizont
Für den Standort Villach kündigte Infineon am 27. Oktober Investitionen von rund 1,1 Milliarden Euro an. Das Unternehmen plant dort nach eigenen Angaben die weltweit erste Hochvolumenfertigung für GaN-Leistungshalbleiter auf 300-mm-Wafern. Der Produktionsstart ist bis Ende 2027 vorgesehen.
Der Investitionsplan reicht bis 2034. Österreich stellt dafür unter dem European Chips Act eine Förderung von bis zu 319 Millionen Euro in Aussicht. Die staatliche Unterstützung ist damit angekündigt, nicht als bereits ausgezahlte Förderung gemeldet.
Daneben eröffnete Infineon am 28. Oktober in Warstein ein neues Büro- und Laborgebäude. Rund 350 Mitarbeitende sollen dort tätig sein. Die Laborfläche von rund 1.200 Quadratmetern ist für die Entwicklung von Leistungshalbleitermodulen vorgesehen.
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