Infineon-Aktie: Jetzt wird’s richtig verrückt!

Infineon startet das EU-Flaggschiffprojekt Moore4Power mit 62 Partnern. Der Fokus liegt auf Systemintegration statt Miniaturisierung für Energie- und Mobilitätsmärkte.

Auf einen Blick:
  • Aktie setzt Aufwärtstrend fort
  • EU-Projekt Moore4Power gestartet
  • 62 Partner aus 15 Ländern
  • Fokus auf Systemintegration

Die Infineon-Aktie legte am Donnerstagmorgen um 0,66 % auf 68,4 Euro zu und setzte damit ihren beeindruckenden Aufwärtstrend fort. Allein in den letzten 6 Monaten ging es für den deutschen Halbleiter-Titel um 116 % nach oben (Stand: 21.05.2026, 9:20 Uhr).

Derweil hat der Chipkonzern den offiziellen Start des EU-Flaggschiffprojekts Moore4Power bekannt gegeben. Unter seiner Federführung schließen sich 62 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus 15 europäischen Ländern zusammen, um Leistungselektronik grundlegend weiterzuentwickeln. Das Projektvolumen beträgt 91 Millionen Euro, die Laufzeit drei Jahre.

Infineon-Aktie: Neuer Denkansatz für die Halbleiterbranche

Jahrzehntelang folgte die Chipentwicklung einem einfachen Prinzip: Kleinere Bauteile bedeuteten mehr Leistung zu niedrigeren Kosten. Dieses Modell gerät heute zunehmend an seine Grenzen.

Moore4Power setzt deshalb auf einen grundlegend anderen Weg: Anstatt einzelne Komponenten weiter zu verkleinern, werden verschiedene Halbleitermaterialien – darunter klassisches Silizium, Siliziumkarbid und Galliumnitrid – gezielt miteinander kombiniert und um Steuerungs- sowie Kommunikationsfunktionen ergänzt. Ziel ist es, die Stärken jedes Materials optimal auszuspielen und so kompaktere, zuverlässigere und energieeffizientere Systeme zu bauen.

Infineon-Aktie: Konkrete Ziele in Schlüsselindustrien

Das Projekt richtet sich auf Bereiche, in denen Energieumwandlung besonders relevant ist. In der Windenergie soll der Wirkungsgrad der eingesetzten Elektronik spürbar steigen. Bei Elektrofahrzeugen arbeiten die Partner an Ladesystemen, die nahezu ohne Energieverluste arbeiten und Strom in beide Richtungen übertragen können. Im Schienenverkehr wird eine Reduktion der Antriebsverluste um mindestens 30 Prozent angepeilt.

Infineon-Aktie: Schnellere Entwicklung dank KI und digitaler Werkzeuge

Durch den Einsatz von KI-Modellen, virtuellen Produktabbildern und automatisierten Abläufen sollen Entwicklungszeiten drastisch sinken. Was heute mehrere Wochen in Anspruch nimmt – vom ersten Testchip bis zur fertigen Produktspezifikation – soll künftig in einer Woche möglich sein. Darüber hinaus ist geplant, jeden Chip mit einem digitalen Datenblatt auszustatten, das Betriebsdaten und den Produktzustand über die gesamte Nutzungsdauer hinweg erfasst und so Wartung, Lebensdauer und Wiederverwertbarkeit verbessert.

Das Projekt passt gut zur Gesamtstrategie von Infineon: Der Konzern investiert gezielt in Technologiefelder, die von der Energiewende, dem Ausbau der Elektromobilität und dem wachsenden Strombedarf durch KI-Infrastruktur profitieren. Damit festigt Infineon seine Rolle als einer der führenden Halbleiteranbieter Europas.

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