Infineon notiert aktuell im Chart kurz vor einer Unterstützungszone. Bis morgen dürfte sich in der Aktie möglicherweise wenig bewegen, da viele Marktteilnehmer auf die anstehenden Zahlen warten. Diese könnten der Aktie erneut deutlichen Schwung verleihen.
Erwartungen sind bereits gedämpft
In den vergangenen zwei Wochen kam der Newsflow rund um Infineon fast ausschließlich aus dem Analystenlager. Vom Unternehmen selbst gab es keine neuen Ad-hoc-Meldungen. Die Aktie zeigte sich zum Jahresauftakt eher schwächer. Das lag weniger an neuen negativen Nachrichten als an Gewinnmitnahmen nach der starken, AI-getriebenen Rallye Ende 2025. Hinzu kommt die anhaltende Unsicherheit in den klassischen Kernmärkten Automotive und Industrie. Viele Kunden bauen weiterhin Lagerbestände ab, ordern kurzfristig und bleiben vorsichtig. Dieses Umfeld belastet kurzfristig Umsatz und Margen.
Gleichzeitig bleibt der strukturelle Wachstumstreiber intakt, die stark zunehmende Nachfrage nach Leistungshalbleitern für AI- und Hyperscaler-Rechenzentren. Netzteile, Spannungswandler sowie SiC- und GaN-Lösungen für energieeffiziente Server-Infrastrukturen entwickeln sich zunehmend zum Hoffnungsträger. Bereits mit den Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 im November hatte Infineon diese Perspektive unterstrichen und das Umsatzziel für AI-Data-Center-Power-Chips für 2026 von zuvor 800 Millionen auf 1,2 Milliarden Euro angehoben.
Vor diesem Hintergrund fallen die Erwartungen an das anstehende Quartal bewusst gedämpft aus. Der Markt rechnet für Q1 mit einem Umsatz von etwa 3,6 bis 3,65 Milliarden Euro. Das entspräche einem Rückgang von rund neun Prozent gegenüber dem Vorquartal, den CEO Jochen Hanebeck bereits frühzeitig angekündigt hatte. Auch die Profitabilität dürfte klar unter früheren Hochphasen liegen. Beim EBITDA werden Werte unter einer Milliarde Euro erwartet, beim EBIT rund eine halbe Milliarde. Das Ergebnis je Aktie dürfte auf etwa 26 bis 30 Cent zurückgehen. Die Kursziele der Analysten reichen derzeit von vorsichtigen rund 39 Euro bis zu optimistischen 52 Euro. Im Durchschnitt liegt das Zwölf-Monats-Ziel bei etwa 42,5 Euro. Die Mehrheit der Analysten bleibt bei Kaufempfehlungen.
Infineon-Aktie im Chart-Check
Mit dem Überschreiten der Hochs bei rund 39 Euro hat die Infineon-Aktie einen kräftigen Schub nach oben erhalten und den übergeordneten Trend zunächst bestätigt. Entscheidend für den weiteren Verlauf ist nun die Zone zwischen etwa 38 und 39,5 Euro. Dort liegen sowohl die Hochs aus dem Jahr 2025 als auch die letzten Tiefs aus Januar 2026. Ein Unterschreiten dieses Bereichs würde das Chartbild noch nicht unmittelbar bearisch drehen. In den Fokus würden dann zunächst die Aufwärtstrendlinie sowie die 100-Tage-Linie rücken, die als Unterstützung dienen sollten. Erst ein Bruch unter diese Marken würde eine weitergehende Korrektur unterstreichen und die Zone um rund 31 Euro in den Blick bringen. Auf der Oberseite liegt der nächste Widerstand im Bereich der jüngsten Hochs. Hier die Infineon-Aktie im Tageschart.
Den Link zu Tradingview und dem Chart findest du hier: https://www.tradingview.com/x/48Uuq0UV/
Aufgrund der morgigen Zahlen würde ich eine Positionierung im Chart erst im Anschluss in Betracht ziehen. Sollte die Marktreaktion moderat ausfallen und sich die Infineon-Aktie weiterhin in der aktuellen Zone bewegen, könnte sich daraus eine Kaufchance ergeben. Gleiches gilt für einen Rücklauf an die Trendlinie sowie an die Unterstützungszone im Bereich um 31 Euro.
Ein Bruch unter die aktuelle Zone bei 38 Euro könnte kurzfristig zwar auch eine Short-Chance eröffnen. Dieses Szenario würde ich jedoch nicht handeln, da mein Fokus klar auf möglichen Kaufgelegenheiten liegt.
Ihr Konrad
Infineon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Infineon-Analyse vom 05. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Infineon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Infineon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
