Infineon verliert heute im Sog eines schwachen Halbleitersektors 7,3%. Medienberichten zufolge belasten Befürchtungen einer strengeren Regulierung der KI-Branche nach dem Wahlerfolg der Demokraten die Chipwerte. Anleger sorgen sich demnach auch, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur gebremst werden könnte.
Unter Abgabedruck stehen Halbleiterwerte in den USA und Asien. Zugleich geben ON Semiconductor, Texas Instruments, Analog Devices und STMicroelectronics nach. Ein konkreter unternehmensspezifischer Auslöser für die Schwäche bei Infineon war Medienberichten zufolge zunächst nicht erkennbar.
Erwartungen vor den Geschäftsjahreszahlen
JPMorgan beließ Infineon gestern vor den Geschäftsjahreszahlen bei „Overweight“ und einem Kursziel von 96 Euro. Analyst Sandeep Deshpande erwartete, dass die Ziele für 2027 leicht über dem Marktkonsens liegen könnten.
Infineon veröffentlicht am 10. November die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2026.
Kooperation und Ausbau der Fertigung
Am Montag vereinbarten Infineon und Qualcomm Technologies eine Technologiekooperation für ein mikrocontrollerbasiertes Subsystem auf Qualcomms Snapdragon-Ride-Referenzplattformen. Nach Unternehmensangaben soll dieses die Entwicklung zentraler Fahrzeugcomputer für softwaredefinierte Fahrzeuge unterstützen.
Für den Standort Villach kündigte Infineon am 27. Oktober eine Investition von rund 1,1 Mrd. € an. Damit will das Unternehmen eine Hochvolumenfertigung für Galliumnitrid-Leistungshalbleiter aufbauen. Der angekündigte Ausbau ist bis 2034 vorgesehen und soll auf 300-mm-Wafern erfolgen.
Für das Vorhaben sind zudem 319 Mio. € Förderung aus dem European Chips Act vorgesehen. Die Förderung ist damit ebenso wie der Fertigungsaufbau Teil der angekündigten Planung.
Vom 10. bis 13. November will Infineon auf der electronica in München Technologien und Systemlösungen präsentieren.
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