Infineon notiert heute auf einem 26-Jahres-Hoch. Die Aktie kletterte auf 73,19 Euro — das erste Mal seit dem Jahr 2000, dass der Kurs die 70-Euro-Marke überschreitet. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.
Den frischen Impuls liefert nicht das KI-Rechenzentrumsgeschäft, sondern ein europäisches Forschungsprojekt für Leistungselektronik.
Moore4Power: 91 Millionen Euro für Power-Halbleiter
Am 20. Mai startete Infineon offiziell das Projekt Moore4Power. Dahinter steckt ein auf drei Jahre angelegtes Konsortium mit 62 Partnern aus 15 europäischen Ländern. Das Gesamtvolumen beträgt 91 Millionen Euro. Finanziert wird das Vorhaben über nationale Fördermittel und Horizont Europa im Rahmen der Chips Joint Undertaking.
Der Ansatz heißt „More-than-Moore“. Statt auf immer kleinere Chipstrukturen zu setzen, kombiniert das Projekt verschiedene Technologien auf Systemebene. Konkret geht es um die Integration von Silizium, Siliziumkarbid und Galliumnitrid sowie Sensor- und Steuerungsfunktionen. Die Zielanwendungen sind Elektromobilität, erneuerbare Energien und industrielle Systeme — genau jene Felder, in denen Infineons Power-Halbleiter heute schon verdienen.
Technische Ziele mit messbaren Größen
Die Projektziele sind konkret. In der E-Mobilität strebt das Konsortium Wirkungsgrade von bis zu 99 Prozent an, verbunden mit nahezu verlustfreiem bidirektionalem Laden. Im Bahnbereich sollen Antriebsverluste um mindestens 30 Prozent sinken. Für Windturbinen plant das Projekt den direkten Einsatz fortschrittlicher Leistungselektronik, um den Energieertrag zu erhöhen.
Hinzu kommt ein Ziel auf der Entwicklungsseite. KI-Modelle, digitale Zwillinge und automatisierte Abläufe sollen Hard- und Software parallel voranbringen. Infineon will die Zeit von ersten Fab-Mustern bis zum validierten Datenblatt auf eine Woche drücken — heute dauert dieser Schritt mehrere Wochen.
Digitaler Produktpass als Industrie-Signal
Ein weiterer Baustein ist der digitale Produktpass für Leistungsmodule. Er soll direkt in die Module integriert werden und drahtlosen Zugriff auf Lebenszyklusdaten ermöglichen: Einsatzbedingungen, Zustandsinformationen, verbleibende Restlebensdauer. Das Ziel: vorausschauende Wartung, längere Produktlebensdauer und weniger Rohstoffverbrauch.
Zur deutschen Projektliste gehören neben Infineon-Einheiten auch Airbus Operations, Fraunhofer ENAS, Hella und mehrere Hochschulen.
Moore4Power liefert keine Umsatzprognose für das laufende Jahr. Das Projekt stärkt die technologische Position in Anwendungsfeldern, in denen Effizienzgewinne wirtschaftlich messbar werden — und es verankert Infineon als Leitunternehmen der europäischen Halbleiterstrategie. Kurzfristige Ergebnisbeiträge sind daraus nicht ableitbar. Mittelfristig jedoch dürfte die Kombination aus industriepolitischer Rückendeckung und technologischer Roadmap das Fundament für weiteres Wachstum im Power-Segment festigen.
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