Infineon Aktie: 1,5 Milliarden aus KI-Rechenzentren

Infineon hebt Jahresziele dank KI-Nachfrage an und strafft die Konzernstruktur auf drei Segmente.

Auf einen Blick:
  • Jahresumsatzprognose auf über 16 Milliarden Euro angehoben
  • KI-Rechenzentren als zentraler Wachstumstreiber
  • Konzernumbau auf drei Geschäftsbereiche ab Q4
  • Aktie erreicht neues Mehrjahreshoch

Künstliche Intelligenz treibt nicht nur Softwarehersteller an. Auch Infineon reitet die Welle erfolgreich und schraubt die Jahresziele nach oben. Das Management ruht sich auf dem aktuellen Erfolg allerdings nicht aus. Der Konzern trimmt seine Struktur jetzt auf mehr Effizienz.

An der Börse kommt diese Entwicklung hervorragend an. Die Aktie schloss am Montag bei 66,17 Euro. Damit hat sich der Kurs auf Sicht von zwölf Monaten fast verdoppelt. Das Papier notiert nur knapp unter dem jüngsten Mehrjahreshoch.

Den Grund für diese Rally liefert das Management mit frischen Zahlen. Infineon peilt für das laufende Geschäftsjahr nun einen Umsatz von über 16 Milliarden Euro an. Zuvor erwartete der Halbleiterhersteller lediglich ein moderates Wachstum. Die bereinigte Marge soll auf etwa 20 Prozent steigen.

Ein Blick auf das abgelaufene Quartal untermauert den Optimismus. Bis Ende März erwirtschaftete Infineon knapp 3,8 Milliarden Euro Umsatz. Das Segmentergebnis lag bei 653 Millionen Euro. Auch den erwarteten freien Cashflow korrigierte der Vorstand spürbar nach oben.

KI als massiver Wachstumsmotor

Ein zentraler Treiber ist die Nachfrage nach Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. Allein aus diesem Bereich erwartet das Management im laufenden Jahr rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Im kommenden Jahr soll dieser Wert auf etwa 2,5 Milliarden Euro klettern. Hocheffiziente Leistungshalbleiter sind für die Energieversorgung der Infrastruktur schlicht unverzichtbar.

Parallel dazu schwächelt ein einstiger Hoffnungsträger. Der Bereich Elektromobilität entwickelt sich derzeit holprig. Die Marktdurchdringung von Elektroautos verläuft langsamer als gedacht. Das belastet das Geschäft mit Hochvolt-Komponenten für elektrische Antriebe. Bei Plattformen für softwaredefinierte Fahrzeuge gewinnt der Konzern indes weiter Marktanteile.

Neue Struktur ab dem vierten Quartal

Um effizienter zu werden, baut Infineon den Konzern um. Die Folge: Ab dem vierten Quartal schrumpft die Zahl der Geschäftssegmente von vier auf drei. Die neuen Einheiten heißen künftig Automotive, Power Systems und Edge Systems.

Das Ziel dieser Maßnahme ist klar. Infineon will den Fokus stärker auf systemübergreifende Lösungen richten. Besonders im Bereich Power Systems bündelt der Konzern seine Kompetenzen. Das soll die Marktführerschaft bei modernen Chip-Architekturen weiter festigen.

Für das laufende dritte Quartal bleibt das Management zuversichtlich. Infineon prognostiziert einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro. Die Profitabilität soll im oberen zweistelligen Prozentbereich liegen. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Digitalisierungstechnologien stützt das Geschäft somit auch bei geopolitischem Gegenwind.

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