Ein Großaktionär trennt sich von einem Teil seiner Beteiligung: Die Aktie von Industrie De Nora gerät heute spürbar unter Druck und verzeichnet ein Minus von 14 Prozent bei einem Kurs von 6,37 Euro. Auslöser des Kursverfalls ist eine Platzierung durch den italienischen Gasnetzbetreiber Snam, der über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren Anteile mit einem deutlichen Abschlag am Markt veräußerte.
Medienberichten zufolge platzierte die hundertprozentige Snam-Tochtergesellschaft Asset Company 10 rund zehn Millionen Stammaktien. Dies entspricht etwa fünf Prozent des Grundkapitals von Industrie De Nora. Der Platzierungspreis wurde bei 6,69 Euro je Anteilschein festgelegt.
Hoher Abschlag setzt Handelsnotierung zurück
Der Verkaufspreis bedeutete einen Abschlag von rund 9,5 Prozent gegenüber dem vorherigen Referenzkurs. Durch diese Differenz passte sich das Preisniveau im regulären Börsenhandel umgehend nach unten an, was im heutigen Tagesverlauf eine breite Verkaufswelle nach sich zog.
Dem Verkäufer spülte die Transaktion einen Bruttoerlös von etwa 67 Millionen Euro in die Kassen. Nach dem Vollzug der Platzierung hält Snam weiterhin einen Anteil von rund 16,6 Prozent am Grundkapital von Industrie De Nora. Für dieses verbleibende Aktienpaket ging Snam zudem eine 90-tägige Haltefrist ein.
Solche Umplatzierungen institutioneller Großaktionäre sorgen am Markt regelmäßig für Unruhe. Das kurzfristig vergrößerte Angebot drückt auf die Notierungen, wenngleich das vereinbarte Stillhalteabkommen weiteren Verkaufsdruck durch denselben Akteur in den kommenden Monaten zunächst ausschließt.
Angepasste Fördermittel für Gigafactory
Neben den Umschichtungen im Aktionärskreis gab es gestern Neuigkeiten zu den industriellen Vorhaben. Das Ministero delle Imprese e del Made in Italy hat die öffentliche Gesamtförderung für die Errichtung der Gigafactory in Cernusco sul Naviglio neu festgelegt. Der Betrag für die De Nora Italy Hydrogen Technologies S.r.l. beläuft sich nun auf 50,3 Millionen Euro.
Die Fördermittel teilen sich auf zwei Töpfe auf: 32.250.000 Euro stammen aus dem italienischen Aufbau- und Resilienzplan PNRR, während weitere 18.098.569 Euro über den IPCEI-Fonds bereitgestellt werden.
Dem Schritt ging ein längerer Prüfprozess voraus, den das Unternehmen im März 2025 angestoßen hatte. Damals teilte De Nora mit, die wirtschaftlichen und finanziellen Annahmen für das Fabrikprojekt angesichts der Dynamik im Markt für grünen Wasserstoff zu überprüfen.
Das Resultat dieser Neubewertung ist ein aktualisierter Industrie- und Technologieplan, dessen Produktionsvolumina und Aktivitäten nun auf das veränderte Marktumfeld ausgerichtet sind.
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