Implenia Aktie: EBIT steigt auf 60,4 Millionen CHF

Implenia steigert das EBIT im ersten Halbjahr auf 60,4 Millionen Franken. Der Auftragsbestand wächst auf 8,5 Milliarden und sichert die Auslastung.

Auf einen Blick:
  • EBIT steigt auf 60,4 Millionen Franken
  • Umsatz sinkt um 4,8 Prozent
  • Auftragsbestand wächst auf 8,5 Milliarden
  • Prognose für 2026 bestätigt

Operatives Ergebnis legt trotz leichtem Umsatzrückgang zu

Implenia hat im ersten Halbjahr 2026 einen Anstieg der Profitabilität verzeichnet, während das operative Geschäft durch eine verbesserte Margenqualität gestützt wurde. Wie das Unternehmen am 19. August berichtete, stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 60,4 Millionen CHF, verglichen mit 57,0 Millionen CHF im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht einer Steigerung von 6,0 Prozent. Gleichzeitig verbesserte sich die EBIT-Marge auf 3,4 Prozent, nachdem sie im ersten Halbjahr 2025 noch bei 3,1 Prozent gelegen hatte. Heute reagiert der Markt positiv auf die Entwicklung: Das Papier legte um 3,9 % zu.

Dieser Ergebnissprung gelang dem Bau- und Immobiliendienstleister trotz eines Rückgangs beim Umsatz. Dieser sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,8 Prozent auf 1,767 Milliarden CHF. Die Unternehmensführung führt die positive Entwicklung des operativen Ergebnisses vor allem auf eine selektive Auftragsannahme und effizientere Projektabwicklungen zurück. Der aktuelle Kurs notiert am heutigen Mittwoch bei 74,50 €.

Rekordnaher Auftragsbestand sichert mittelfristige Auslastung

Ein zentraler Pfeiler für die künftige Entwicklung ist der deutlich gewachsene Auftragsbestand. Zum Ende des ersten Halbjahres lag dieser bei 8,524 Milliarden CHF, was einem Zuwachs von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Wesentlich für Anleger ist dabei nicht nur das reine Volumen, sondern auch die Profitabilität der gesicherten Projekte: Die vorkalkulierte Projektmarge im Auftragsbestand erhöhte sich von 7,5 Prozent auf 7,9 Prozent.

In den vergangenen Monaten konnte Implenia mehrere signifikante Verträge unterzeichnen. Dazu gehört ein Großauftrag des schwedischen Verkehrsamts Trafikverket für das West Link-Projekt in Göteborg. Der Ausführungsauftrag für die Station Korsvägen umfasst ein Volumen von über 250 Millionen CHF und wird in einem partnerschaftlichen Cost-plus-Modell abgewickelt.

Zudem sicherte sich das Unternehmen bereits im April einen Auftrag für das Polizeipräsidium Münster in Deutschland mit einem Volumen von über 200 Millionen EUR sowie Hochbau-Projekte in der Schweiz und Deutschland für insgesamt 310 Millionen CHF.

Bestätigte Prognose und strategische Zukäufe

Für das Gesamtjahr 2026 hält das Unternehmen an seinen Zielen fest. Erwartet wird ein EBIT in der Größenordnung von rund 150 Millionen CHF. Dieser Wert versteht sich vor geplanten Investitionen in künftiges Wachstum, die mit 10 bis 20 Millionen CHF veranschlagt sind. Ab dem Jahr 2027 stellt das Management eine weitere Steigerung des operativen Gewinns auf über 150 Millionen CHF in Aussicht.

Neben dem organischen Wachstum durch Großprojekte setzt Implenia auf die gezielte Erweiterung der Kompetenzen. Im Juli wurde die Übernahme des deutschen Tragwerksplaners Zigmo Engineering abgeschlossen.

Mit über 70 Mitarbeitenden an fünf Standorten soll das Unternehmen die Planungsfähigkeiten von Implenia, insbesondere im deutschen Markt, stärken. Trotz der jüngsten Kursgewinne bleibt die Performance im laufenden Jahr bisher negativ: Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert einen Rückgang von -9,3 %.

Fokus auf Modernisierung und Infrastruktur

Das Unternehmen profitiert zunehmend von der Nachfrage nach komplexen Modernisierungen und Infrastrukturprojekten. Allein in der West- und Deutschschweiz sowie in Deutschland wurden zuletzt Modernisierungsaufträge mit einem Gesamtvolumen von über 180 Millionen CHF akquiriert. Diese Projekte tragen zur Diversifizierung des Portfolios bei und stützen die Strategie, verstärkt als integrierter Immobiliendienstleister aufzutreten.

Die Realisierung der im Frühjahr gewonnenen Hochbau-Aufträge ist für den Zeitraum von 2026 bis 2028 geplant, was eine stabile Grundauslastung für die kommenden Jahre verspricht.

Durch den Fokus auf Projekte mit höheren Margen und den Ausbau technischer Planungsleistungen versucht das Management, die Abhängigkeit von reinen Bauvolumina zu reduzieren und die Ertragskraft nachhaltig zu festigen. Damit setzt sich der Trend einer qualitativen Verbesserung des Portfolios fort, der sich bereits in den Halbjahreszahlen abzeichnete.

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