Imperial Brands setzt seinen Aktienrückkauf fort, während höhere deutsche Tabaksteuern die Wachstumsperspektiven belasten könnten. Diese gegenläufigen Signale prägen die Einordnung für Anleger: Der Rückkauf ist konkret dokumentiert, das steuerbedingte Wachstumsrisiko steht hinter einer vorsichtigeren Analystenbewertung. Entscheidend wird deshalb auch der angekündigte Ausblick auf das nächste Geschäftsjahr.
Rückkauf mit konkretem Vollzug
Am 19. Oktober meldete Imperial Brands den Erwerb von 1.017.121 eigenen Stammaktien zur Einziehung. Die Käufe erfolgten vom 12. bis 16. Oktober innerhalb des Rückkaufprogramms über £750 Millionen.
Damit steht hinter dem Programm nicht nur eine Ankündigung, sondern ein gemeldeter Aktienerwerb. Zwischen Kauf und Einziehung bleibt allerdings zu unterscheiden: Die erworbenen Papiere sind zur Einziehung vorgesehen. Die genannte Aktienzahl nach diesem Schritt ist deshalb eine erwartete Folge, kein bereits gemeldeter Vollzug.
Nach Unternehmensangaben würde die Aktienzahl nach der Einziehung bei 756.674.775 liegen, ohne eigene Aktien im Bestand. Für Anleger beschreibt diese Angabe die geplante Veränderung der Aktienbasis. Sie beantwortet jedoch nicht die separate Frage, wie sich das operative Geschäft unter höheren Steuern entwickeln könnte.
Steuerpläne verändern die Bewertung
Jefferies stufte Imperial Brands am 19. Oktober von „Kaufen“ auf „Halten“ ab. Das Analysehaus senkte zugleich sein Kursziel von 3.500p auf 2.700p.
Als Begründung nannte Jefferies die Aussicht auf höhere deutsche Tabaksteuern, die das Wachstum bremsen könnten. Die Herabstufung richtet den Blick damit auf das Geschäftsumfeld. Sie ist eine Einschätzung möglicher Folgen und kein Bericht über bereits eingetretene Wachstumseinbußen.
Der Bundestag hatte am 15. Oktober für eine Änderung des Tabaksteuergesetzes gestimmt. Diese sieht gestaffelte Steuererhöhungen ab 2027 vor.
Das Finanzministerium erklärte später, ein technischer Fehler habe einen früheren Beginn suggeriert. Die höheren Sätze seien weiterhin ab dem 1. Januar 2027 beabsichtigt. Für die Einordnung zählt somit der beabsichtigte Steuerstart, nicht der zwischenzeitlich entstandene Eindruck eines früheren Inkrafttretens.
Jahresausblick als nächster Prüfstein
Imperial Brands soll am 17. November 2026 die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 sowie den Ausblick für 2027 vorlegen.
Dieser Termin verbindet die beiden Themen: Der Rückkauf dokumentiert den Kapitaleinsatz für eigene Aktien. Der Geschäftsausblick wird dagegen zum Prüfstein für die von Jefferies angesprochenen Wachstumsrisiken. Beides sollte in der Bewertung getrennt bleiben. Ein vollzogener Aktienkauf entkräftet für sich genommen keine steuerbedingten Bedenken.
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