370 Prozent Kursplus seit Jahresbeginn sind eine Ansage. Jetzt scheint der erste große Rausch bei ImmunityBio verflogen zu sein. Während die Aktie am Montag leicht zulegt, sorgen Verkäufe aus der Chefetage für Gesprächsstoff. Die Euphorie weicht einer nüchternen Bestandsaufnahme.
Verkäufe in der Chefetage
Officer Cheryl L. Cohen plant den Verkauf von 131.210 Aktien. Das Paket hat einen Marktwert von etwa 1,2 Millionen Dollar. Bereits im Juni trennte sich Direktor Barry Simon von 25.000 Anteilen. Solche Transaktionen folgen oft festen Handelsplänen zur Vergütung.
Dennoch reagiert die Stimmung unter Privatanlegern empfindlich. Die zuvor extrem optimistische Haltung kühlt merklich ab. Parallel dazu stufen erste Analysten das Papier von „Kaufen“ auf „Halten“ herab. Eine Marktkapitalisierung von fast 10 Milliarden Dollar lässt wenig Raum für Enttäuschungen.
Wachstum trifft auf hohen Cash-Burn
Die Geschäftszahlen zeigen ein zweigeteiltes Bild. Der Umsatz im ersten Quartal sprang um 168 Prozent auf 44,2 Millionen Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Vorjahreswerte deutlich. Dennoch verbrennt ImmunityBio weiterhin massiv Kapital.
Der freie Cashflow lag zuletzt bei minus 299 Millionen Dollar. Ende März verfügte das Unternehmen noch über Reserven von 381 Millionen Dollar. Dieses Polster sichert den laufenden Betrieb vorerst ab.
Meilensteine für Anktiva
Der Fokus liegt nun auf dem Immuntherapeutikum Anktiva. Das Medikament verfügt bereits über Zulassungen in 34 Ländern. Bis Ende 2026 will das Management weitere Zulassungsanträge für die Behandlung von Blasenkrebs einreichen.
An der Börse notiert die Aktie aktuell bei 8,20 Euro. Das entspricht einem Plus von 0,6 Prozent zum Freitagsschluss. Mit einem RSI von 72 gilt der Titel technisch als überkauft.
Das Papier notiert aber weiterhin deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 4,37 Euro. Eine wichtige Weichenstellung erfolgt im kommenden Jahr. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat ihre Entscheidung über eine Indikationserweiterung für Januar 2027 terminiert. Bis dahin muss das Unternehmen zudem Fragen aus einem FDA-Warnbrief von März 2026 klären.
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