ICLN ETF: Infrastruktur-Play!

Der Clean-Energy-ETF ICLN profitiert von dauerhafter Stromnachfrage durch Rechenzentren und beschleunigten Genehmigungsverfahren.

Auf einen Blick:
  • Stabile Stromnachfrage durch Tech-Rechenzentren
  • Beschleunigte Genehmigungsverfahren in USA und EU
  • Hohe Konzentration auf Sektorführer im Portfolio
  • Kosteneffizient mit moderaterer Volatilität

Die Clean‑Energy‑Branche verschiebt sich Anfang 2026 von spekulativen „Growth‑at‑any‑cost“-Bewertungen hin zu einem investitions‑ und infrastrukturlastigen Bereich. Treiber sind steigende, dauerhafte Stromnachfrage durch Hyperscale‑Rechenzentren und beschleunigte Genehmigungsreformen in den USA und der EU. Bedeutet das das Ende der rein politikgetriebenen Rallye und den Beginn einer stabileren Phase für Infrastrukturwerte?

Warum die Wende?

Tech‑Konzerne sichern verstärkt rund um die Uhr sauberen Strom für Rechenzentren. Das schafft direkte Erlösströme für erneuerbare Erzeuger mit Grundlastfähigkeit und Hersteller von Brennstoffzellen. Parallel reduzieren jüngere Gesetzesinitiativen in den USA und die EU‑Regulierung Verzögerungen bei Netzanschlüssen. Zusammen wirken diese Faktoren wie ein Boden für Bewertungen, die zuvor stark von Politik‑News abhingen.

Bestand, Gewichtung und Performance

Der ETF positioniert sich als breit gefasste Infrastrukturwette entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Top‑10‑Positionen machen rund 52 % des Fondsvermögens aus, was auf eine konzentrierte Allokation in Sektorführer hinweist.

Wesentliche Angaben (Stand heute):
– Top‑Positionen: First Solar ~8,7 %, Bloom Energy ~7,6 %, Iberdrola ~6,6 %, Vestas ~6,4 %, Nextpower ~5,9 %.
– Sektorallokation: Utilities ~47 %, Industrials ~25 %.
– Geografie: US‑Gewichtung etwa 35–40 %, starke Präsenz in Europa (Spanien, Dänemark, Portugal) und ausgewählte Asienmärkte.

Performance (Stand heute):
– 1 Woche: +4,08 %
– 1 Monat: +2,58 %
– YTD (2026): +4,08 %
– 1 Jahr: +47,04 %

Weitere Kennzahlen:
– Liquidität: Durchschnittliches Tagesvolumen > $40 Mio.
– Bewertungsaufschlag: Handelsprämie gegenüber NAV von +0,33 %.
– Volatilität: Moderater als reine Solar‑ETFs dank hoher Utilities‑Gewichtung.

ICLN bleibt kosteneffizient mit einer Expense Ratio von 0,39 %, deutlich unter Konkurrenten wie TAN (~0,70 %) und QCLN (~0,56 %). QCLN verzeichnete zuletzt stärkere Abflüsse und geringeres AUM (~$535 Mio.), was die relative Attraktivität von ICLN für Anleger, die breitere Infrastrukturthemen suchen, stärkt.

Ausblick für Q1

Drei Beobachtungspunkte für das erste Quartal 2026:
1. Rebalancing in April: Sollte First Solar >10 % Gewicht erreichen, könnten Umschichtungen Verkäufe auslösen und kleinere Titel begünstigen.
2. Zinsumfeld: Stabilisierung oder Rückgang der Zinsen wirkt positiv auf kapitalintensive Projektfinanzierungen, insbesondere für Nextpower und Vestas.
3. Technische Marke: Die jüngste Bewegung über $17,00 signalisiert eine technische Bestätigung der neuen Nachfrage‑These; ein nachhaltiges Halten dieses Niveaus würde die Marktprämie gegenüber reiner Subventions‑Narrative stützen.

Fazit: ICLN hat sich von einer rein politikabhängigen Wette zu einer Infrastrukturorientierung entwickelt, die sowohl von dauerhafter Rechenzentrumsnachfrage als auch von regulatorischer Erleichterung profitiert. Kurzfristige Risiken bleiben in der Ausführung und beim Rebalancing, die genannten Termine (April‑Rebalancing) und Preisniveaus sind daher entscheidend für die weitere Kursentwicklung.

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