Starke Fundamentaldaten, schwache Kurse. Bei IBM klaffen Realität und Marktstimmung derzeit weit auseinander. Während die Aktie seit Jahresbeginn zweistellig verliert, rechnen Analysten für das erste Quartal 2026 mit kräftigem Wachstum. Heute Abend nach US-Börsenschluss legt der Tech-Konzern seine Bücher offen.
Software-Sparte als Wachstumstreiber
Die Wall Street erwartet einen Umsatz von rund 15,6 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie soll auf etwa 1,81 US-Dollar steigen. Das entspricht einem zweistelligen prozentualen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Den Hauptantrieb liefert voraussichtlich das Software-Geschäft.
Analyst Brent Thill von Jefferies sieht IBM als unterbewerteten Profiteur der Künstlichen Intelligenz. Er verweist auf die starke Dynamik bei Red Hat und die Übernahme von Confluent. Thill rechnet damit, dass das Software-Wachstum die Markterwartungen übertrifft.
Auch RBC Capital Markets bleibt optimistisch. Analyst Matthew Swanson lobt die solide Leistung bei Automatisierung und Transaktionsverarbeitung. RBC bestätigt die Kaufempfehlung, senkt das Kursziel aber auf 330 US-Dollar.
KI-Sorgen belasten den Kurs
Trotz dieser Aussichten verlor die Aktie im laufenden Jahr rund 13 Prozent an Wert. Der Grund liegt in der Angst vor technologischer Disruption. Ende Februar stürzte das Papier an einem einzigen Tag drastisch ab. Das war der stärkste Tagesverlust seit fast 25 Jahren.
Auslöser war das KI-Startup Anthropic. Das Unternehmen behauptete, sein neues Werkzeug könne alten COBOL-Code modernisieren. IBM erzielt weiterhin einen großen Teil seiner Einnahmen mit Großrechnern. Viele dieser Mainframes nutzen genau solche COBOL-Anwendungen. Investoren werten die neue KI daher als direkte Bedrohung für das Altgeschäft.
IBM Aktie Chart
Dividende und Ausblick im Fokus
Neben den reinen Geschäftszahlen blicken einkommensorientierte Anleger auf die Ausschüttung. IBM zahlt seit 1916 ununterbrochen Dividenden. Der Konzern erhöht diese seit über 30 Jahren regelmäßig. Experten erwarten nun eine Anhebung der Quartalsdividende auf knapp 1,69 US-Dollar je Aktie.
Die finanzielle Basis dafür steht. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete IBM einen massiven freien Cashflow. Für 2026 peilt das Management rund 15,7 Milliarden US-Dollar an. Parallel dazu soll der Umsatz um mehr als fünf Prozent wachsen.
Heute um 17:00 Uhr New Yorker Zeit folgen die Fakten. Der Markt achtet dabei besonders auf die Prognosen des Managements. Konkrete Aussagen zur Monetarisierung von KI-Diensten und zur Entwicklung der Beratungssparte dürften die nächste Richtung der Aktie vorgeben.
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