IBM-Aktie: Trump kostet 17 Millionen – Citi sagt Kaufen!

IBM schließt Diskriminierungsermittlungen mit 17-Millionen-Vergleich ab, während Citi die Aktie mit Kaufempfehlung und KI-Argumenten bewertet. Der Markt reagierte verhalten.

Auf einen Blick:
  • IBM einigt sich mit US-Justizministerium auf 17-Millionen-Dollar-Vergleich wegen DEI-Diskriminierungsvorwürfen
  • Citi startet Coverage mit Kaufempfehlung und Kursziel 285 Dollar
  • Analysten sehen IBM als defensives KI-Investment mit unterschätztem Potenzial
  • Aktie gab am Freitag rund ein Prozent nach

Zwei Nachrichten an einem Freitag, die gegensätzlicher kaum sein könnten. IBM hat sich mit der US-Regierung auf einen Vergleich über 17 Millionen Dollar geeinigt, um Ermittlungen wegen angeblicher Diskriminierung durch DEI-Praktiken beizulegen. Das Justizministerium unter dem amtierenden Generalstaatsanwalt Todd Blanche sprach von illegalen Diversity-, Equity- und Inclusion-Maßnahmen. Trumps Verwaltung macht seit Monaten Jagd auf solche Programme, IBM ist wohl nicht das letzte Unternehmen, das zahlt.

Und dann, fast zeitgleich: Citi startet die Coverage der IBM-Aktie mit einem Kaufvotum und einem Kursziel von 285 Dollar.

Fatima Boolani sieht „unterschätzte“ KI-Infrastruktur

Die Citi-Analystin Fatima Boolani und ihr Team argumentieren, IBM sei in einem Marktumfeld, das Enterprise-Software zunehmend feindlich gegenüberstehe, defensiv aufgestellt. Der Kern des Arguments: IBMs tief verwurzelte Hardware- und Software-Präsenz in den kritischsten IT-Infrastrukturen der größten Konzerne der Welt sei nicht nur Schutzwall, sondern biete „unterschätztes Gerüst“, um die nächste Generation produktiver KI-Systeme zu bauen und zu skalieren.

Dazu kommen die jüngsten Zukäufe HashiCorp und Confluent, die Synergien im Portfolio und im Beratungsgeschäft bringen sollen, ein lukrativer Mainframe-Zyklus und langfristiges Potenzial im Quantencomputing. Boolani sieht Spielraum für steigende Gewinn- und Free-Cashflow-Schätzungen, während die Bewertung deutlich unter großen Technologiepeers liegt. „Das Risiko-Rendite-Verhältnis für die nächsten zwölf Monate ist überzeugend“, so die Analyse.

International Business Machines Corporation Aktie Chart

Der Markt zuckte mit den Schultern

Die IBM-Aktie gab am Freitag rund ein Prozent nach. Weder der DEI-Vergleich noch das frische Kaufvotum haben also wirklich gezündet. Das sagt schon einiges: 17 Millionen Dollar sind für IBM kein existenzielles Problem, und ein einzelnes Initiierungsvotum bewegt eben auch keine Berge.

Interessant bleibt die Konstellation dennoch. Ein Unternehmen, das gerade Diskriminierungsvorwürfe mit einer Zahlung aus der Welt schafft, wird gleichzeitig als defensiver KI-Gewinner gefeiert. Vielleicht ist genau das der IBM-Weg: Sturm abwenden, weitermachen, Mainframes verkaufen.

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