Während der breite Tech-Sektor abverkauft wird, zeigt IBM bemerkenswerte Stärke. Die Aktie klettert auf 233,55 Euro und trotzt dem schwachen Marktumfeld. Zwei Analysten-Upgrades und politische Rückendeckung aus Washington treiben den Kurs. Investoren bewerten den Konzern zunehmend als margenstarke Software- und KI-Plattform.
Software als Gewinntreiber
JPMorgan stuft das Papier auf „Overweight“ hoch. Analyst Brian Essex hebt das Kursziel auf 291 US-Dollar an. Sein Hauptargument liegt im veränderten Gewinnmix. Die Software-Sparte liefert knapp die Hälfte des Umsatzes. Sie generiert aber rund zwei Drittel des gesamten Konzernprofits.
Morgan Stanley zieht nach. Die Investmentbank erhöht ihr Kursziel auf 267 US-Dollar. Analysten sehen Spielraum für eine höhere Bewertung. Treiber sind die Cloud-Plattform OpenShift und die anstehende HashiCorp-Übernahme. OpenShift bringt inzwischen wiederkehrende Umsätze von zwei Milliarden US-Dollar ein.
Milliarden für Quantencomputer
Parallel dazu profitiert der Konzern von neuen Regierungsaufträgen. Präsident Trump unterzeichnete zwei Dekrete zur Förderung von Quantencomputern. Bis 2028 soll ein forschungsfähiger Rechner einsatzbereit sein. IBM profitiert davon direkt. Das Handelsministerium plant eine Milliarde US-Dollar an Fördermitteln für eine neue IBM-Chipfabrik ein.
Das Management sichert diese Expansion finanziell ab. Der Konzern verlängerte die Laufzeiten von zwei Kreditlinien. Damit stehen weiterhin zehn Milliarden US-Dollar an Notfallliquidität zur Verfügung. Die Maßnahme garantiert finanzielle Flexibilität für die kommenden Jahre.
Der Blick auf die Risiken
Trotz der aktuellen Stärke notiert die Aktie tiefer als im Frühjahr. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund sechs Prozent auf der Anzeigetafel. Vom 52-Wochen-Hoch bei 292,85 Euro im Juni ist der Kurs noch gut 20 Prozent entfernt.
Eine Gewinnwarnung des Konkurrenten Accenture sorgte Mitte Juni für Nervosität. Schwache Auftragsbücher in der IT-Beratung bedrohen auch das wichtige Beratungsgeschäft von IBM. Die Folge: ein konkretes Risiko für das anstehende Quartalsergebnis. Am 22. Juli präsentiert das Management die frischen Zahlen.
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