Der US-Technologiekonzern IBM baut sein weltweites Netzwerk im Bereich des Quantencomputings aus. Neben dem Ausbau der eigenen Fertigungskapazitäten setzt das Unternehmen verstärkt auf strategische Allianzen mit Industrie und Spitzenforschung. Am 10. September gaben IBM und der Technologiekonzern Lockheed Martin die Gründung eines gemeinsamen Innovationszentrums für Quantentechnologie an der ETH Zürich bekannt.
Partnerschaften in Forschung und Software
Die Initiative in der Schweiz soll dazu beitragen, Quantenanwendungen aus den Forschungslaboren in praktische Einsatzfelder zu überführen. Bereits am 9. September kündigte LTM eine Zusammenarbeit mit IBM und der Konzerntochter Red Hat rund um das Projekt Lightwell an.
Begleitet werden die Partnerschaften von Fortschritten in der Hardware-Leistungsfähigkeit: Am 3. September meldete der Konzern eine Steigerung des Durchsatzes bei Quantenberechnungen um das 25-Fache.
Zudem engagiert sich der IT-Konzern auf regulatorischer Ebene für den Sektor. Vor rund zwei Wochen stellte sich IBM gemeinsam mit Microsoft hinter den Gesetzentwurf des American Quantum Competitiveness Act, nachdem ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses die Gesetzesinitiative vorangetrieben hatte.
Milliardeninvestition in die Chipfertigung
Flankiert wird die wissenschaftliche Expansion durch erhebliche finanzielle Mittel für die Hardware-Entwicklung in den Vereinigten Staaten. Am Mittwoch finalisierte IBMs Einheit Anderon eine Fördervereinbarung über eine Milliarde US-Dollar im Rahmen des CHIPS and Science Act mit dem US-Handelsministerium.
Die Fördermittel fließen in Forschung und Entwicklung an der 300-Millimeter-Wafer-Fertigungsstätte für Quantenchips in Albany im Bundesstaat New York.
IBM selbst investiert separat eine weitere Milliarde US-Dollar in das Vorhaben. Medienberichten zufolge nutzten einige Marktteilnehmer die Bestätigung der Regierungsgelder am Mittwoch jedoch für Gewinnmitnahmen.
Kursentwicklung und Ausblick
An den Aktienmärkten spiegelte sich das Geschehen der vergangenen Handelstage in einer verhalteneren Tendenz wider. Am Freitag schloss das Papier mit einem Tagesverlust von 2,5 Prozent bei 201,90 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Rückgang von 22 Prozent.
Trotz dieser Kursschwäche treibt das Unternehmen die Verzahnung von Quantentechnologie und Softwareanwendungen kontinuierlich voran. Die breite Aufstellung über Kooperationen und eigene Produktionsstandorte soll dem Konzern helfen, sich in einem technologisch anspruchsvollen Zukunftsmarkt frühzeitig Marktanteile zu sichern.
Operativ bleibt das Ziel für das Gesamtjahr bestehen: Bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal stellte IBM ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent in Aussicht. Rückhalt kam zudem vom Analysehaus Susquehanna, das sein Kursziel für die Aktie am 31. August auf 235 US-Dollar angehoben hatte.
IBM-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue IBM-Analyse vom 20. September liefert die Antwort:
Die neusten IBM-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für IBM-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
