Finanzvorstände übernehmen zunehmend die strategische Führung bei der Einführung künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine weltweite Untersuchung des IBM Institute for Business Value und Oxford Economics. Demnach gaben 62 Prozent der befragten Finanzchefs an, dass sich ihr Aufgabenbereich bereits auf die unternehmensweite Technologie- oder KI-Strategie ausgeweitet hat.
Strategiewechsel in den Vorstandsetagen
Die Rolle des Chief Financial Officer verschiebt sich damit weg von der reinen Budgetüberwachung. Laut IBM-Finanzvorstand Jim Kavanaugh entwickeln sich Finanzchefs vom Hüter der Stabilität hin zu Treibern der Transformation. Kavanaugh betont, dass Finanzverantwortliche die KI-Strategie direkt mit Investitionen, Betriebsmodellen und messbarem geschäftlichen Nutzen verknüpfen müssen.
Trotz dieser wachsenden Verantwortung steht die tatsächliche Umsetzung in vielen Konzernen noch am Anfang. Lediglich sechs Prozent der Befragten bezeichneten ihre Finanzbereiche als durchgängig vorbereitet für den Wandel, bei dem KI fest in tägliche Abläufe eingebunden ist.
Bis zum Jahr 2030 erwarten jedoch 56 Prozent der Finanzchefs eine wachsende Zuständigkeit für finanzielle sowie ethische Leitplanken beim Technologieeinsatz. Für die Erhebung wurden zwischen Februar und April 1.500 Führungskräfte aus 33 Regionen und 26 Branchen befragt.
Unternehmen, deren Finanzchefs eine führende Vorreiterrolle einnehmen, bewilligten neue Vorhaben im Schnitt 15 Prozent schneller. Die Untersuchung stellt zudem fest, dass diese Organisationen in den Jahren 2022 bis 2024 ein um 23 Prozent höheres Umsatzwachstum verzeichneten als vergleichbare Konzerne.
Interne Prozessoptimierung und Konzernergebnis
IBM nutzt diese Transformation auch für die eigenen Betriebsabläufe. Durch die Neugestaltung der internen Prozesse von der Angebotserstellung bis zum Zahlungseingang erreichte der Konzern eine berührungslose Automatisierungsquote von 90 Prozent. Dies steigerte die interne Produktivität um 60 Prozent und beschleunigte den Geldzufluss.
Seit 2023 verbuchte IBM nach eigenen Angaben Produktivitätsverbesserungen im Umfang von 4,5 Milliarden US-Dollar durch interne Automatisierungslösungen. Operativ spiegelte sich die Entwicklung im zweiten Quartal 2026 wider.
In diesem Zeitraum erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 17,16 Milliarden US-Dollar sowie einen Nettogewinn von 2,17 Milliarden US-Dollar.
Aktie ringt um Bodenbildung
Trotz der strategischen Akzente im Technologie- und Beratungsgeschäft verlief das bisherige Börsenjahr für die Anteilseigner herausfordernd. An den Märkten dominieren weiterhin Bewertungsfragen im Technologiesektor und die Suche nach greifbaren Renditen aus KI-Budgets.
Im deutschen Handel notiert das Papier heute bei 194,66 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 25 Prozent. Mit diesem Kursniveau liegt der Titel 12 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt und spiegelt die Zurückhaltung der Investoren wider.
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