Neun Prozent Umsatzwachstum, 15,92 Milliarden Dollar, Erwartungen übertroffen. Klingt gut. Ist es auch, nur halt nicht so gut, wie es sein könnte. Denn im Vorquartal waren es noch 12,2 Prozent Wachstum, und dieser Rückgang hat die Anleger nicht kalt gelassen.
Das Software-Segment, der eigentliche Knackpunkt
Ausgerechnet dort, wo IBM eigentlich punkten sollte, läuft es zäher als erwartet. Die Sorge ist nicht neu, aber sie hat seit Februar Nahrung bekommen: Anthropic kündigte an, eines seiner KI-Tools könne COBOL modernisieren, jene Programmiersprache, die tief in IBMs Mainframe-Welt verwurzelt ist. Seitdem hängt die Frage im Raum, ob klassische Softwarelösungen schlicht wegautomatisiert werden, bevor IBM selbst davon profitieren kann.
Das ist kein absurdes Szenario. KI-Tools, die Routinefunktionen übernehmen, sind längst keine Zukunftsmusik mehr.
Mainframes laufen, ausgerechnet
Und dann das: Das Infrastruktursegment wuchs um 15,2 Prozent auf 3,33 Milliarden Dollar. Angetrieben von der Nachfrage nach IBMs neuesten Mainframe-Systemen. Ausgerechnet das Segment, das viele schon länger für einen langsam sterbenden Dinosaurier hielten, liefert die stärkste Wachstumszahl des Quartals.
CFO James Kavanaugh legte nach. Kunden, die den Watsonx Code Assistant nutzen, sähen ein beschleunigtes Wachstum ihrer Mainframe-Nutzung, sagte er. Generative KI sei demnach kein Angreifer, sondern ein Beschleuniger für das Mainframe-Geschäft. Ob das die Skepsis der Analysten dauerhaft auflöst, ist eine andere Frage.
IBM Aktie Chart
1,91 Dollar je Aktie, Schätzungen übertroffen
Der bereinigte Gewinn je Aktie kam bei 1,91 Dollar rein, Analysten hatten 1,81 Dollar erwartet. CEO Arvind Krishna nutzte die anschließende Telefonkonferenz, um auch geopolitische Bedenken zu zerstreuen: IBM habe im Nahen Osten das stärkste Wachstum seit Jahrzehnten verzeichnet und könne selbst eine mehrwöchige Unterbrechung durch eine Schließung der Straße von Hormus verkraften, so Krishna.
Neun Prozent Wachstum, starke Infrastrukturzahlen, Gewinn über Plan, und trotzdem ist die eigentliche Frage noch nicht beantwortet: Was passiert mit dem Software-Segment, wenn KI-Wettbewerber weiter Boden gutmachen? Das erste Quartal hat Antworten geliefert, aber eben nicht auf diese.
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