Der Technologiekonzern IBM stellt die Weichen für die nächste Generation seiner Großrechner. Mit der Ankündigung des ersten Dual-Architecture-Prozessors für IBM Z und LinuxONE öffnet das Unternehmen seine traditionsreiche Serverplattform für Arm-native Anwendungen.
Künftige Systeme sollen es Unternehmenskunden ermöglichen, Betriebssysteme und Software parallel auf IBM- und Arm-Architekturen zu betreiben. Der Schritt erweitert die Softwareauswahl im Enterprise-Computing grundlegend.
Neuausrichtung nach schwachem Hardware-Quartal
Der Vorstoß in der Prozessorarchitektur folgt auf eine Durststrecke im klassischen Servergeschäft. Im zweiten Quartal 2026 war der Umsatz der Infrastruktur-Sparte um 7 Prozent gesunken. Bei den Z-Mainframes stand sogar ein Einbruch der Erlöse um 42 Prozent zu Buche.
Konzernweit erzielte IBM im zweiten Quartal einen Umsatz von 17,16 Milliarden US-Dollar, nach einer Konsensschätzung von 17,58 Milliarden US-Dollar.
Für das Gesamtjahr peilt das Management ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent an. Am 10. September schüttete das Unternehmen seine reguläre Quartalsdividende aus.
Forschungsausbau und Quanten-Offensive
Parallel zur Mainframe-Strategie stärkt IBM seine Entwicklungskapazitäten. Vor rund zwei Wochen schloss das Unternehmen die Übernahme der Forschungseinrichtung HRL Laboratories ab. Zudem treibt der Konzern seine Quantencomputing-Plattform voran.
Nach der erfolgreichen Zusammenführung und Kühlung zweier Kryomodule in einer gemeinsamen Umgebung kündigte IBM gemeinsam mit Partnern einen Quanten-Hub an der ETH Zürich an, der bis Ende 2026 das erste System des Typs IBM Quantum System Two in der Schweiz beherbergen soll.
Im Zuge dieser Entwicklungen hob das Analysehaus Susquehanna am 31. August sein Kursziel für die Aktie von 225 auf 235 US-Dollar an und behielt die Einstufung „Neutral“ bei. Analyst James Friedman verwies zur Begründung auf anstehende Katalysatoren im Bereich des Quantencomputings.
Warten auf die nächsten Quartalszahlen
An den europäischen Handelsplätzen schloss die Aktie gestern bei 214,65 Euro. Seit dem Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Rückgang von 17 Prozent. Wie schnell die Neuausrichtung der Hardwareplattform und die Initiativen in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Quantenrechner die Wachstumsrate stützen können, wird sich im Herbst zeigen: IBM wird seine nächsten Quartalszahlen am 21. Oktober 2026 vorlegen.
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