Es gibt Quartalsergebnisse, die enttäuschen. Und dann gibt es den 14. Juli 2026 bei IBM. Die Aktie rauschte an diesem Tag um mehr als 25 Prozent nach unten, über 75 Dollar Kursverlust im Intraday-Handel. Wer morgens noch mit einem Blue Chip im Depot saß, schaute abends auf ein anderes Bild.
IBM benennt das Problem selbst
Was ungewöhnlich ist: IBM hat im Q2-Bericht nicht drumherumgeredet. Das Unternehmen sprach offen von einem „Shortfall“ beim IBM Z und dem dazugehörigen Software-Stack, konkret beim Transaction Processing. Und weiter: Man sei „gestrauchelt“, habe sich nicht schnell genug angepasst, weshalb „zahlreiche große Deals nicht zu den erwarteten Zeitpunkten abgeschlossen werden konnten“. Das ist keine Gewinnwarnung in Unternehmenssprech. Das ist ein Eingeständnis des eigenen Versagens.
Genau das macht die Sache so brisant. Wer im Vorfeld Investoren versichert hatte, das Neugeschäft laufe, der hat jetzt ein Problem.
Anwälte sehen ihre Chance
Die Kanzlei Bleichmar Fonti & Auld hat prompt eine Untersuchung wegen möglichem Wertpapierbetrug angekündigt. Der Vorwurf: IBM soll Anleger über das tatsächliche Tempo bei neuen Geschäftsabschlüssen und die Stärke der IBM Z Produktlinie in die Irre geführt haben. Ob daraus eine Sammelklage wird, ist offen. Dass sich Klägeranwälte auf IBM stürzen, war nach einem solchen Kurseinbruch allerdings so sicher wie das Amen in der Kirche.
52-Wochen-Tief rückt ins Blickfeld
Die Aktie hatte in den vergangenen zwölf Monaten eine Spanne von 181,32 bis 292,65 Euro. Nach dem Einbruch, der sich auf Jahressicht auf minus 24,3 Prozent summiert, ist das untere Ende dieser Spanne kein theoretischer Wert mehr, sondern eine reale Orientierungsmarke. Die nächsten Quartalszahlen stehen erst am 13. Oktober an. Bis dahin bleibt IBM das, was es nach solchen Tagen immer ist: eine Aktie, bei der die Frage nicht lautet, ob das Management Fehler gemacht hat, sondern wie viele davon bereits bekannt sind.
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