IBM-Chef Arvind Krishna hat die Reißleine gezogen. In einem Brief an die Investoren legte er vorzeitig schwache Zahlen für das zweite Quartal 2026 offen. Die Reaktion an den Märkten war heftig. Die Aktie verlor binnen einer Woche mehr als 25 Prozent an Wert.
Schwache Nachfrage im Kerngeschäft
IBM verfehlte die Erwartungen deutlich. Der Umsatz lag mit 17,2 Milliarden Dollar unter dem Marktkonsens von 17,86 Milliarden Dollar. Besonders schmerzhaft traf es die hochmargigen Bereiche. Die Software-Sparte wuchs zwar um fünf Prozent. Parallel dazu brach das Infrastruktur-Geschäft um sieben Prozent ein.
Der operative Gewinn je Aktie verfehlte mit 2,93 Dollar ebenfalls das Ziel der Analysten. Vor allem das Geschäft mit Z-Mainframes blieb hinter den Erwartungen zurück. Dies gilt ebenso für die zugehörige Software zur Transaktionsverarbeitung.
Der Fokus verschiebt sich
Als Hauptgrund nennt das Management eine massive Umschichtung der Kundenbudgets. Viele Unternehmen investierten Ende Juni 2026 hektisch in spezialisierte Hardware für Künstliche Intelligenz. Sie kauften Server und Speicherchips, bevor die Preise weiter steigen.
Dafür stoppten sie Verhandlungen über IBM-Software und Mainframes. Krishna gab offen zu, dass IBM sich nicht schnell genug an das neue Kaufverhalten anpasste. Hinzu kommen Bedenken bezüglich der Cybersicherheit. Neue KI-Modelle wie „Mythos“ von Anthropic zwangen Kunden dazu, Geld kurzfristig in Verteidigungsmaßnahmen umzuleiten.
Sektor unter Druck
Die Schwäche von IBM belastete den gesamten Softwaresektor. Schwergewichte wie Microsoft und Salesforce gaben nach. Investoren befürchten, dass der Boom bei KI-Hardware die Budgets für klassische Beratung und Software-Services dauerhaft auffrisst.
Technisch gesehen befindet sich IBM im freien Fall. Die Aktie notiert aktuell bei 187,96 Euro. Anleger warten nun auf die offiziellen Quartalszahlen Ende Juli 2026. Das Management muss dann belegen, dass die verlorenen Aufträge lediglich zeitlich verschoben wurden. Eine Erholung hängt davon ab, ob IBM die eigene KI-Strategie wieder in den Fokus der Kunden rücken kann.
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