IBM Aktie: 10,9 Milliarden Dollar im zweiten Halbjahr

IBMs Aktie verliert nach schwachen Mainframe-Zahlen massiv an Wert. Der Konzern muss im zweiten Halbjahr 10,9 Milliarden Dollar freien Cashflow erwirtschaften.

Auf einen Blick:
  • Schärfster Tagesverlust seit 1968
  • Mainframe-Umsatz bricht um 42 Prozent ein
  • Freier Cashflow als entscheidende Kennzahl
  • Anwaltskanzleien prüfen Klagen gegen IBM

IBM steckt in einem Dilemma, das paradoxer kaum sein könnte. Der KI-Boom, der andere Tech-Konzerne beflügelt, wird für Big Blue gerade zur Belastung. Kunden geben zwar mehr Geld für Künstliche Intelligenz aus – nur eben nicht für das, was IBM verkauft.

Die Hardware frisst die Software auf

Am 14. Juli brach die IBM-Aktie an einem einzigen Tag um 25 Prozent ein. Es war der schärfste Tagesverlust seit 1968. Auslöser war eine Ansage von CEO Arvind Krishna zu den vorläufigen Zahlen des zweiten Quartals.

Krishna beschrieb eine Verschiebung im Kundenverhalten, die IBM direkt trifft. Unternehmen stecken ihr Budget zuerst in physische KI-Infrastruktur – Server, Speicher, Arbeitsspeicher. Die margenstarken Software- und Mainframe-Deals, die traditionell das Rückgrat von IBMs Geschäft bilden, bleiben dabei auf der Strecke.

Die Zahlen aus dem Infrastruktur-Segment zeigen das Ausmaß. Der Umsatz mit den System-z-Mainframes brach um 42 Prozent zum Vorjahr ein. Zwar wuchs der Bereich Distributed Infrastructure um rekordverdächtige 37 Prozent, getragen von starker Nachfrage nach Power- und Storage-Systemen mit einem Auftragsbestand von fast 500 Millionen Dollar. Das reichte aber nicht, um den Einbruch beim Kerngeschäft auszugleichen.

Der Berg aus 10,9 Milliarden Dollar

Anleger schauen inzwischen fast nur noch auf eine einzige Kennzahl: den freien Cashflow. Im ersten Halbjahr 2026 erwirtschaftete IBM 4,8 Milliarden Dollar. Um das Jahresziel von rund 15,7 Milliarden Dollar zu erreichen, muss der Konzern im zweiten Halbjahr etwa 10,9 Milliarden Dollar nachlegen.

Das entspricht einem Plus von 10 Prozent gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2025 – und genau diese Hürde bezweifelt der Markt gerade. Die Kursreaktion spricht eine deutliche Sprache: Seit Jahresbeginn hat die Aktie 27,52 Prozent verloren, allein in den vergangenen 30 Tagen waren es fast 21 Prozent. Der Freitagsschluss bei 188,38 Euro liegt fast 20 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 233,84 Euro – ein Zeichen dafür, wie stark der langfristige Aufwärtstrend gebrochen ist.

Forschung glänzt, Anwälte ermitteln

Mitten in dieser Belastungsprobe zeigt IBM, dass die Forschungsabteilung noch liefert. Der Konzern stellte kürzlich einen Chip im Sub-1-Nanometer-Bereich vor – ein 0,7-Nanometer-Design mit 100 Milliarden Transistoren, das die Grenzen des Moore’schen Gesetzes weiter verschieben soll. Technologisch bleibt IBM also relevant, auch wenn das Tagesgeschäft schwächelt.

Parallel dazu wächst der juristische Druck. Mehrere Kanzleien, darunter Bronstein, Gewirtz & Grossman, prüfen inzwischen mögliche Anlegerklagen wegen des Kurseinbruchs vom 14. Juli. Im Zentrum steht die Frage, ob IBM die Aussichten für die Mainframe-Sparte und laufende Geschäftsabschlüsse zu optimistisch dargestellt hat.

Verschoben, nicht verloren?

Charttechnisch nähert sich die Aktie mit einem RSI von 35,5 der überverkauften Zone. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt bei 231,06 Euro – gut 22 Prozent über dem aktuellen Niveau. Ein Signal dafür, dass ein Teil der Analystengemeinde den Ausverkauf für übertrieben hält.

Krishna selbst wählt eine vorsichtig optimistische Formulierung: Die Nachfrage nach IBMs Software sei „verschoben, nicht verloren“. Ein Drittel der im zweiten Quartal aufgeschobenen Deals sei mittlerweile abgeschlossen, so der CEO.

Genau darauf läuft jetzt alles hinaus. Kann IBM diese verschobenen Abschlüsse in den kommenden Monaten tatsächlich in echten Cashflow verwandeln – und damit den Berg aus 10,9 Milliarden Dollar erklimmen? Die zweite Jahreshälfte wird zeigen, ob Krishnas Versprechen mehr ist als eine Beruhigungsformel für nervöse Investoren.

IBM-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue IBM-Analyse vom 27. Juli liefert die Antwort:

Die neusten IBM-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für IBM-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

IBM: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)