Liebe Leserinnen und Leser,
wer in unruhigen Börsenzeiten defensive Titel sucht, um das Risiko im Depot zu verringern, der greift meist auf Konsumgüterhersteller, Pharma-Titel oder Versorger zurück. Insbesondere dividendenstarke Versorgeraktien – auch als Witwen- und Waisenpapiere bekanntt – sind dann gesucht.
Bis vor wenigen Jahren wurden Versorgeraktien aber auch aus anderen Gründen gekauft, allem voran aufgrund der Energiewende. Seit dem US-Regierungswechsel reißt das Thema Energiewende allerdings keinen mehr vom Hocker. Im Gegenteil: In den USA ist für nicht wenige Bürger und Entscheidungsträger eine Energiewende überflüssig und zu teuer. Gleichzeitig wird der Zusammenhang mit Klima-Veränderungen offen angezweifelt.
Clevere Unternehmen, wie die spanische Iberdrola, lassen sich davon jedoch nicht beeindrucken und finden Wege, wie sie trotz der neuen Rahmenbedingungen gutes Geld verdienen können. Iberdrola investiert massiv weiter in erneuerbare Energien, Netze und Infrastruktur im heimischen Europa – aber auch in den USA. Das hat bei den Spaniern in den letzten Jahren zu einem deutlichen Wachstum seiner Netz- und Kapazitätsbasis geführt und lässt die Kasse heute lauter klingeln.
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos betonte Iberdrola-CEO Ignacio Galan wie essenziell der Ausbau elektrischer Netze und eine saubere Energieerzeugung für die globale Elektrifizierung und Wettbewerbsfähigkeit sind. Gegenüber politischen Entscheidungsträgern unterstrich er die langfristige Vision des Unternehmens, die durch Jahrzehnte strategischer Investitionen erst möglich wurde. Dennoch: Das Iberdrola-Management ist nicht naiv und passt seine Expansionsstrategie dem politischen Umfeld an – besonders in den USA.
Iberdrola unter Trump: Netzinfrastruktur-Ausbau und Modernisierung statt Energiegewinnung
Dort wird der Fokus noch stärker auf Energie-Netze denn auf Energie-Erzeugung gesetzt. Die US-Netze sind marode und dem steigenden Bedarf durch Zukunftstechnologien nicht gewachsen. Die Versorger stoßen in vielen Regionen an physische Grenzen. Alte Leitungen, verzögerte Genehmigungen und die sprunghaft steigende Last durch E-Mobilität, Wärmepumpen und Rechenzentren haben die USA in eine Lage gebracht, in der Netzinvestitionen dringend nötig sind.
Iberdrola profitiert über die US-Tochter Avangrid davon. Der spanische Konzern sieht die kommenden Jahre als eine seltene Gelegenheit, sich im größten Elektrizitätsmarkt der Welt dauerhaft festzusetzen. Denn der Ausbau von kritischer Infrastruktur ist politisch gewollt und alternativlos. Der 58-Milliarden Euro schwere Nordamerika-Investitionsplan bis 2028 wird also nicht aus ESG-Gründen umgesetzt, um positiv wahrgenommen zu werden – sondern er ist eindeutig profitorientiert.
KI-Boom und schwankende Einspeisung verlangen intelligente Stromnetze
Großer Treiber für den dringend benötigten Netzausbau ist der KI-Boom, der die Stromnachfrage in den USA stärker ansteigen lässt als jede andere Technologie zuvor. Große Tech-Konzerne bauen derzeit Rechenzentren in Serie, und viele dieser Zentren benötigen Netzanschlüsse mit einer Leistung, die vor ein paar Jahren noch als Science-Fiction galt.
Iberdrola adressiert diese Entwicklung sehr klar: Netze müssen nicht nur Einspeise-Schwankungen aus erneuerbaren Energien aushalten können, sondern künftig auch den extremen Leistungsbedarf moderner KI-Infrastruktur tragen.
Iberdrola: In den USA „neutral“ – in Europa umweltbewusst
Iberdrola weiß mit seinen 9.000 Mitarbeitern in den USA von der Wichtigkeit leistungsstarker, intelligenter Stromnetze und ist daher in einer besseren Position als viele andere europäische Stromkonzerne, die in erster Linie im Bereich Energie-Erzeugung aktiv sind.
Das Management arbeitet aktiv mit der Administration zusammen – egal ob demokratisch oder republikanisch – und betont dabei, dass moderne Stromnetze unpolitisch sind: Sie schaffen Arbeitsplätze, reduzieren Kosten und erhöhen die Versorgungssicherheit. Klingt unparteiisch, dürfte der aktuellen Administration jedoch gefallen.
Iberdrola bleibt selbstverständlich auch in Europa auf Wachstumskurs. Die Investitionsprogramme in Spanien, Großbritannien und Deutschland konzentrieren sich auf jene Bereiche, die in der europäischen Energiewelt der 2030er-Jahre Wert schaffen: Offshore-Wind, Onshore-Wind, Solar, Speicher – aber auch hier vor allem das intelligente Netz als zentrales Rückgrat der zunehmenden Elektrifizierung und der steigenden Strom-Nachfrage.
Defensive Iberdrola-Aktie renditestark: 40% Wertzuwachs in 12 Monaten
Das klingt alles wenig spannend, hat aber langfristig gedacht Hand und Fuß. Netzinfrastruktur ist ein klassischer Burggraben – kapitalintensiv und hochreguliert dafür langfristig gut kalkulierbar. Nach den Investitionen folgen hohe Kassenzuflüsse, die an die Investoren in Form von Dividenden ausgeschüttet oder für Aktienrückkäufe genutzt werden können. Energie-Aktien gelten zugleich als defensiv und sorgen für Stabilität in schwachen Marktphasen.
Für Privatanleger bleibt Iberdrola damit ein Musterbeispiel dafür, wie „langweilige“ Infrastrukturinvestitionen über die Jahre enorme Wertschöpfung fürs Depot liefern können. Inklusive Dividende haben Anleger rund 40% Gewinn eingefahren. Da Iberdrola ein struktureller Gewinner der Energiewende und des KI-bedingt steigenden Strombedarfs ist, bleibt eine buy and hold-Investition zur Depotbeimischung weiterhin interessant.
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